Klaus Pokatzky vom DLF hat's verstanden: Den Kapriolen des amtierenden US-Präsidenten Donald J. Trump begegnet man am besten mit distanziertem Sarkasmus.
"Donald Trump wird zum Ratgeber in allen schwierigen Lebenslagen. Das gelingt ihm mit einem ausgefuchsten Psychotrick. Ein wahres Erfolgsrezept, das bei Beziehungsproblemen wie in der Politik hilft. Klaus Pokatzky dankt seinem klugen Donald."
Is was?! Aufreger der Woche - Genaues Gegenteil gemeint.
Worum es geht, dürfte klar sein: Beim 'Darf ich ein Selfie mit dir machen, lieber Vladi?'-Treffen mit seinem Gönner Putin griff Donald ganz tief in die Trickkiste, als die Rolle der russischen Geheimdienste im US-Wahlkampf thematisiert wurde. Jedenfalls, aus Versehen habe er das Wort "nicht" weggelassen.
Nein, das war Trump-Rhetorik - eine kommunikative Variante, welche dem Intellekt ihres Urhebers entgegen kommt - schnörkellos, knapp, präzise und universell einsetzbar: "GGG - "genaues Gegenteil gemeint".
Das wäre eine ideale Vorlage für einen Twitter-Hashtag: #GGG, denn #Trumpfilme hatten wir schon, oder?
Als Dreingabe dann noch too much information: Dass der Trump den Putin so „extrem stark und kraftvoll“ [sic!] fand, mal ehrlich, wollte das irgend jemand wissen?
Außer Putin, meine ich.
Kann sein, dass manche nun mahnen, man solle nicht andauernd auf dem Donald rumhacken. Grundsätzlich bedenkenswert, sind doch gerade die ruppigen Narzissten tief drinnen oft äußerst empfindsam (nicht 'hochsensibel, das ist was anderes). Doch solange Trump bei jeder Gelegenheit Menschen vor den Kopf stößt - außer Vladi und Kim, die sind nett - wird er mit einem harschen Echo leben müssen, das wie er gelegentlich über die Stränge schlägt.
Falls es einer der Trump-Kritiker wirklich übertreiben sollte, so hat er nun ein Antidot zur Hand: #GGG.
Freitag, 20. Juli 2018
Samstag, 11. November 2017
Komplette Musikalben auf YT
Vermutlich gehöre ich mal wieder zu den letzten, die dies bemerkt haben: Unbeeindruckt von GEMA und anderen Urheberrechts-Wächtern werden auf YT vollständige Musikalben veröffentlicht. Dachte immer, die Interpreten und Produzenten wollten ihre Einnahmen primär durch den Verkauf von Tonträgern erwirtschaften?
Best Songs Of Norah Jones, 2017
Montag, 3. Oktober 2016
Alte Schätze
Gelegentlich, wenn es herbstlich frisch und regnerisch wird, habe ich so einen Nachmittag ...da höre ich mir alte Platten und Songs an, die irgendwie auch mit meinem Leben zu tun hatten. Sentimentalitäten? Vielleicht, doch anderseits: Was wären wir ohne unsere Erinnerungen?
Mit jedem dieser Songs verbinde ich mindestens eine Episode aus meinem Leben, von der endlosen nächtlichen Autbahnfahrt bis zum ausgelassenen Konzertbesuch.
Zieh' dir bloß die Schuhe aus - Westernhagen
Große Pläne für's eigene Leben hatten wir alle einmal, auch wenn diese Erwartungen und Wünsche im Laufe des Erwachenwerdens durch 'gesunden Pragmatismus' zurecht gestutzt wurden.
Alles in den Wind - Westernhagen
Mit jedem dieser Songs verbinde ich mindestens eine Episode aus meinem Leben, von der endlosen nächtlichen Autbahnfahrt bis zum ausgelassenen Konzertbesuch.
Zieh' dir bloß die Schuhe aus - Westernhagen
Große Pläne für's eigene Leben hatten wir alle einmal, auch wenn diese Erwartungen und Wünsche im Laufe des Erwachenwerdens durch 'gesunden Pragmatismus' zurecht gestutzt wurden.
Alles in den Wind - Westernhagen
- Heinz Rudolf Kunze - Was wirklich zählt
- Currywurst - Herbert Grönemeyer
Donnerstag, 14. Juli 2016
"Absurdistan" - BAP/Niedecken
"Mal im Vertrauen: Was soll der Scheiss?
Wo doch wohl jeder die bitt`re Wahrheit weiss.
Von Hungersnöten, von Inflation,
von Gotteskriegern, von Korruption.
Massenhaft Chancen gnadenlos vergeigt,
ewiges Eis schmilzt und es scheint so,
als ob der Meeresspiegel steigt.
Keiner weiss, wie lang' die Deiche hahle
un ab wann mir Zins un Zinseszins bezahle.
Viel zu lange ha'm wir alle akzeptiert,
dass man Fakten einfach ignoriert.
Schulterzuckend, su als ob nix wöhr,
wegluhrt un verdrängk un resigniert.
Doch „Brot un Spiele“ un „Geiz ist geil“
sinn kein Rezepte. Im Gegenteil.
Mer levven all he op dämm Planet,
mer kriejen all met, wat he affjeht.
Auf uns`rer Reise durch Absurdistan,
auf der globalen Geisterbahn
im kollektiven Grössenwahn.
Kyrie eleison! Kyrie eleison!
Kyrie eleison! Kyrie eleison!
Ens em Vertraue, janz unger uns:
Zynisch un cool sinn ess nit die Kunst.
Samstag, 7. Mai 2016
Okeanos Explorer: Deepwater Exploration - Tiefsee-Tauchgang (Marianen) im Livestream
"From April 20 to July 10, 2016, NOAA and partners will conduct the three-cruise Deepwater Exploration of the Marianas expedition on NOAA ShipOkeanos Explorer to collect critical baseline information of unknown and poorly known areas in and around the Marianas Trench Marine National Monument and the Commonwealth of the Northern Mariana Islands."
Spannender Tauchgang gerade :)
Link zum Livestream
Ruhig mal die Kameraperspektive wechseln - Kamera 3 bietet eine Art Übersicht der Mission in Realtime:
Ruhig mal die Kameraperspektive wechseln - Kamera 3 bietet eine Art Übersicht der Mission in Realtime:
Freitag, 6. Mai 2016
Böhmermann-Affäre. Seit einem Monat. Und sonst so?
Dass Begriffe inflationär verwendet, ist ja nichts neues. Nun also Böhmermann-Affäre. Ein clever-vorlauter Junge belehrt den Autokraten Erdogan, worin denn der Unterschied besteht zwischen Satire (die erlaubt sein
muss) und beleidigender Schmähkritik, die selbstverständlich unzulässig ist, auch in
einem Rechtsstaat mit Pressefreiheit. (vgl. Stefan Niggemeier). Hierzu hat er ein unlustiges Beispiel angeführt, das die Gemüter erregt und Politiker von ihrer Arbeit abhält.
Resultat? Auf Google erhält man nun für das Begriffspaar "Ergogan" + Goat 229.000 Treffer, in Kombination mit dem deutschprachigen Wort "Ziege" aber "nur" 124.000 Treffer. Offenkundig hat die wutschnaubende Reaktion der Erdogan-Administration dafür gesorgt, dass die ganze Welt nun darüber streitet, ob deren Chef nun wirklich auf Ziegen steht.
Dass Der Postillon den Spieß umdreht, war zu erwarten: "Zentralrat der Ziegen zeigt Jan Böhmermann wegen Beleidigung an".
Dass ganze Thema scheint für viele in unerschöpflicher Quell an "humorvoller Inspiration" zu sein - bis hin zu einer Erdogan-Puppe mit Ziege "Angela" auf eBay.
Der betreffende Beitrag wurde am 31. März 2016 im Neo Magazin Royale in ZDFneo ausgestrahlt. Das anschließende Theater geht seit über einem Monat so weiter...
Und sonst so?
Ist der Klimawandel abgesagt? Werden in Syrien keine Flüchtlinge mehr bombardiert? Hat der Sultan vom Bosporus seine Verfassungsreform aufgegeben, sodass die Türkei weiterhin ein demokratischer Staat bleiben/werden kann? Sind die Ursachen der Migrationskrise in Europa beigelegt? The Donald hat sich an seinen eigenen Tacos überfressen, die USA verzichten auf weitere Drohnenmorde und Putin lässt von seinen groß-russischen Plänen ab? Kim Jong Un hat die KZs landesweit aufgelöst und kann sein Volk wieder ernähren?
Kurzum, ist die Menschheit wieder auf so einem guten Weg, dass sie es sich leisten kann, einen Monat lang über nicht existente animalische Vorlieben einer einzelnen Person zu streiten - und darüber, wie man den Urheber dieser entbehrlichen "Schmähkritik" am besten bestrafen sollte?
Tja, wenn alle wichtigen und unwichtigen Persönlichkeiten ihre Hausaufgaben erledigt haben, könnt ihr euch meinetwegen weiterhin mit dieser Nebensächlichkeit verzetteln.
Montag, 2. Mai 2016
Stirbt TTIP langsam vor sich hin?
Was ist eigentlich meine persönliche Position zu diesem gewaltigen Projekt, das als Handelsabkommen daherkommt, in Wirklichkeit aber in etliche Bereiche der Gesellschaft eingreift - sowohl in den USA (was hierzulande gelegentlich übersehen wird) als auch in Europa?
Nun, ich habe keine fundierte Meinung zu TTIP - bestimmt nicht aus Desinteresse, sondern weil ich kaum verlässliches Faktenwissen darüber besitze.
Auch die jetzt veröffentlichten Papiere geben keine Verhandlungsergebnisse wieder, sondern einen kleinen Ausschnitt temporärer Positionen ...jede Seite versucht (anscheinend immer noch) ihr Maximalziel zu realisieren. Indessen legen sie auch nahe, dass sich die USA bisher "so gut wie gar nicht bewegt" hätten.
Vom Prinzip her begrüße ich eine Zollunion, was nach meinem Verständnis den Kern eines sinnvollen Handelsabkommens bildet. Doch eine Sonderjustiz (private Schiedsgerichte) neben der ordentlichen (und vor allem unabhängigen) Rechtsprechung mit mehreren Rechtszügen lehne ich kategorisch ab, ebenso jede Aushöhlung der Gewaltenteilung. Keinesfalls darf durch dieses oder irgend ein anderes transnationales Abkommen die Situation entstehen, dass Wirtschaftsunternehmen noch größeren Einfluss auf die Gesetzgebung eines Landes bzw. der EU nehmen als ohnehin schon.
Der Kerngedanke, dass Staaten unter bestimmten Bedingungen haften sollten, wenn Investoren Vermögen verlieren, klingt verlockend - ein fairer Interessenausgleich kann aber nur entstehen, wenn Konzerne, Verbraucher und natürlich der Staat sich im Klageweg an dieselben Gerichte wenden können - in einem transparenten, klar geregelten Verfahren mit vom Staat autorisierten und vergüteten Richtern. Dies kann von mir aus ein spezialisierter Handelsgerichtshof sein, solange die zuvor genannten Voraussetzungen einhalten werden.
Dagegen passt ein Club von in Hinterzimmern kungelnden Anwälten als Prozess-Ersatz nun gar nicht zu den Grundsätzen ordentlicher Rechtsprechung.
Nach den jüngsten Enthüllungen seitens Greenpeace schreibt Alexandra Endres in der ZEIT:
Das offizielle, zuletzt in Hannover verkündete Ziel ist, die Verhandlungen noch in diesem Jahr abzuschließen. Im Falle ausufernder Betonköpfigkeit dauern sie halt länger, möglicherweise gehen sie über Obamas Amtszeit hinaus - Lohn der Unnachgiebigkeit und eine Chance weniger, sich in den Geschichtsbüchern zu verewigen. Doch die Obama-Administration registriert sehr wohl, wie die Zustimmung für TTIP auch im eigenen Lande schwindet, wovon nicht zuletzt einstige Außenseiter im laufenden Vorwahlkampf (z.B. Bernie Sanders und D. Trump) profitieren.
Nun, ich habe keine fundierte Meinung zu TTIP - bestimmt nicht aus Desinteresse, sondern weil ich kaum verlässliches Faktenwissen darüber besitze.
Auch die jetzt veröffentlichten Papiere geben keine Verhandlungsergebnisse wieder, sondern einen kleinen Ausschnitt temporärer Positionen ...jede Seite versucht (anscheinend immer noch) ihr Maximalziel zu realisieren. Indessen legen sie auch nahe, dass sich die USA bisher "so gut wie gar nicht bewegt" hätten.
Vom Prinzip her begrüße ich eine Zollunion, was nach meinem Verständnis den Kern eines sinnvollen Handelsabkommens bildet. Doch eine Sonderjustiz (private Schiedsgerichte) neben der ordentlichen (und vor allem unabhängigen) Rechtsprechung mit mehreren Rechtszügen lehne ich kategorisch ab, ebenso jede Aushöhlung der Gewaltenteilung. Keinesfalls darf durch dieses oder irgend ein anderes transnationales Abkommen die Situation entstehen, dass Wirtschaftsunternehmen noch größeren Einfluss auf die Gesetzgebung eines Landes bzw. der EU nehmen als ohnehin schon.
Der Kerngedanke, dass Staaten unter bestimmten Bedingungen haften sollten, wenn Investoren Vermögen verlieren, klingt verlockend - ein fairer Interessenausgleich kann aber nur entstehen, wenn Konzerne, Verbraucher und natürlich der Staat sich im Klageweg an dieselben Gerichte wenden können - in einem transparenten, klar geregelten Verfahren mit vom Staat autorisierten und vergüteten Richtern. Dies kann von mir aus ein spezialisierter Handelsgerichtshof sein, solange die zuvor genannten Voraussetzungen einhalten werden.
Dagegen passt ein Club von in Hinterzimmern kungelnden Anwälten als Prozess-Ersatz nun gar nicht zu den Grundsätzen ordentlicher Rechtsprechung.
Nach den jüngsten Enthüllungen seitens Greenpeace schreibt Alexandra Endres in der ZEIT:
"Die USA führen die Verhandlungen als Diener der Konzerne. Die EU kann sich darauf kaum noch einlassen."Das mag zutreffen oder auch nicht - letztlich jedoch haben die von uns gewählten Abgeordneten das fertig verhandelte Abkommen vor seiner Unterzeichnung zu prüfen, um es zu genehmigen oder Nachbesserungen zu veranlassen oder es insgesamt zurückzuweisen (was eher unwahrscheinlich ist angesichts des Drucks, den Wirtschaft auf beiden Seiten des Atlantiks längst aufgebaut hat).
Endres stellt weiter fest, für die USA geht es bei TTIP primär darum, die Interessen der heimischen Konzerne zu vertreten.Ja, was denn sonst? Verbraucherinteressen schützen, okay. Nur ist allgemein bekannt, in den USA gilt ein Verbraucherschutz nach europäischem Vorbild als Handelshemmnis. Gibt es denn inzwischen belastbare Untersuchungen, ob bzw. in welcher Größenordnung Menschen infolge des Verzehrs der zeitweilig wild zitierten "Chlorhühner" erkrankt oder gar verstorben sind? Falls solche Produkte künftig auch in der EU vertrieben werden sollen, wird zuvor ihre gesundheitliche Unbedenklichkeit untersucht werden müssen - ohne Wenn und Aber.
Weitaus schwerwiegender: Den öffentlichen Handelsgerichtshof mit Berufungsmöglichkeit, wie die EU anstrebt, soll es nicht geben. Die USA wollen an den umstrittenen Schiedsgerichten festhalten.Ich nehme mal an, für die Seite der EU verhandeln nicht nur Vollidioten mit den Amis über TTIP. Wenn also gefordert wird, Europa müsse "nun rote Linien abstecken", gehe ich mal zugunsten 'unserer' Verhandlungsdelegation davon aus, dass sie dies längst getan hat - auch in Konsultationen mit den Regierungen der EU-Staaten. Alles andere wäre erschreckend unprofessionell.
Das offizielle, zuletzt in Hannover verkündete Ziel ist, die Verhandlungen noch in diesem Jahr abzuschließen. Im Falle ausufernder Betonköpfigkeit dauern sie halt länger, möglicherweise gehen sie über Obamas Amtszeit hinaus - Lohn der Unnachgiebigkeit und eine Chance weniger, sich in den Geschichtsbüchern zu verewigen. Doch die Obama-Administration registriert sehr wohl, wie die Zustimmung für TTIP auch im eigenen Lande schwindet, wovon nicht zuletzt einstige Außenseiter im laufenden Vorwahlkampf (z.B. Bernie Sanders und D. Trump) profitieren.
Endres meint dagegen, mit zunehmender Dauer der Verhandlungen wachse die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Abkommen gar nicht mehr zustande kommt.Eine Schlussfolgerung, die ich so nicht teile. Denn auch ein Freihandelsvertrag, der berechtigte Befürchtungen von Kritikern berücksichtigt und eine Art kleinsten gemeinsamen Nenner fixiert, wäre für sie keineswegs "nutzlos" - solange die wechselseitigen Handlungsbeziehungen zwischen den USA und Europa dennoch intensiviert werden.
"Der Zahnarzt tut dir ganz sicher nicht weh, mein Kind!"
Ein vollständiges Scheitern liegt weder im Interesse Europas noch dem der USA. Höchste Zeit für eine sachliche Diskussion in der Öffentlichkeit - die man meiner Ansicht nach nur durch echte Transparenz erreichen wird. Erst die "Geheimhaltungs-Obsession der USA" habe dem Projekt den Anschein einer Konspiration gegen die Interessen der Bürger verliehen, befindet Alexander Hagelüken in der SZ - und fügt hinzu: Die weiteren Gespräche mit den USA können von der Transparenz profitieren. Das ist zwar richtig, doch hatten Wirtschaftsverhandlungen meines Wissens bislang stets vertraulichen Charakter - höchste Zeit zum Umdenken: Etwaige Globalisierungsängste und kritische Fragen von EU- und US-Bürgern lassen sich offensichtlich nicht beseitigen, indem Regierungen und Wirtschaftsunternehmen sie stumpf und beharrlich ignorieren ...so wird das nix.
Dies gilt gleichfalls für sinnentleerte, weil schablonenhaft wiederholte Erklärungen, die wir schon x-mal gehört haben: In Hannover beschwört Barack ("Die Menschen sind für den Handel") den Wettbewerbsvorteil (für wen?) sowie "noch mehr Wachstum und noch mehr Arbeitsplätze durch die transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft" - und Angela sekundiert, die Chancen des Abkommens seien doch viiiiel größer als seine Risiken. Solcherart undifferenziertes Politiker-Geschwurbel ist eben keine Antwort auf berechtigte Einwände und Vorbehalte!
Dem 'Kind' sollte erklärt werden, wozu der Zahnarztbesuch dient und wie man ihn möglichst schmerzfrei gestalten kann - einbeziehen statt für blöd verkaufen.Einstweilen sollten die Leitmedien auf kaum beweisbare Behauptungen ("Vom Freihandel profitieren vor allem die Amerikaner", FAZ) verzichten. Seit Jahren predigt die Politik uns Bürgern, wir sollten weniger auf rein nationalen Prioritäten bestehen ...falls also das krisengeplagte Spanien mehr Nutzen (Arbeitsplätze, Exportvorteile etc.) von TTIP hätte als Deutschland, sehe ich darin jedenfalls kein K.O.-Kriterium.
Quellen
- "TTIP stirbt langsam", Kommentar v. Alexandra Endres auf ZEIT.de
- "Bestenfalls irreführend“, FAZ
- "TTIP-Verhandlungen: Jetzt muss Europa rote Linien abstecken", SZ
Obama-Besuch in Hannover: Pressekonferenz mit Angela Merkel und Barack Obama am 24.04.2016
Was war denn da mit Angie los? Sie ist ja ganz hibbelig ...liegt das an der Nähe zu Barack Obama, der sie liebevoll seine "Freundin und Partnerin" nennt? Nana...
Sonntag, 1. Mai 2016
Obama - der "mächtigste Comedian der Welt"?
Die Präsidentschaftsjahre von Barack Obama lassen sich 9 Monate vor seinem Abschied etwa so bilanzieren: "Noch immer sind amerikanische Drohnen völkerrechtswidrig in anderen Ländern im Einsatz, noch immer ist die NSA nicht gezähmt und noch immer Guantanamo nicht geschlossen." Obama beendete die Folterpraxis der CIA, doch er ging nicht gegen die Folterer gerichtlich vor, sondern gegen Whistleblower, die Informationen über sie geliefert hatten. 2009 gewährte Obama allen Regierungsmitarbeitern, die am Folterprogramm beteiligt waren, juristische Immunität.
Eindeutig auf der Haben-Seite stehen u.a. die Einführung einer allgemeinen Krankenversicherung ("Obama-Care") sowie eine (nicht immer eingehaltene) Politik der Nicht-Einmischung in die Angelegenheiten fremder Staaten. Dass Israels vom Hass und elitärem Dominanzstreben der Ultra-Ordodoxen seines Landes gesteuerte und emotional beeinflusste Premierminister Benjamin Netanjahu äußerst unzufrieden über die Außenpolitik Obamas und insbesondere über das Atomabkommen mit dem Iran ist, zeigt: Obama hat vieles richtig gemacht mit seiner Strategie der De-Eskalation. Der US-amerikanische Schutz für das von allen Seiten umzingelte Israel sollte nicht infrage gestellt werden (was Obama auch zu keiner Zeit tat), darf jedoch nicht als Blanko-Scheck missbraucht werden, im Gaza-Streifen jegliches Menschenrecht außer Kraft zu setzen Darin liegt ein heikler Balance-Akt für Amerika, den Obama weitaus meisterte als sein als sein evangelikaler Vorgänger, der das Israel von heute mit einem Land aus dem Alten Testament verwechselte, deshalb nach Sharons Pfreife tanzte (und die Feinde Israels wie versprochen eliminierte). Man stelle sich dagegen vor, der "Wir-werden-einen-Kreuzzug-führen"-Präsident George W. Bush hätte sich der Ukraine-Krise stellen müssen. Diesem Gotteskrieger verdankt die Welt bereits einen komplett destabilisierten Nahen Osten, wodurch die Entstehung des IS erst möglich wurde.
Bush zettelte unter dem Eindruck der Terroranschläge von 9/11 einen "monumentalen Kampf des Guten gegen das Böse" an, während dessen Verlauf sich immer mehr Menschen weltweit fragten, wo denn die Seite des Guten noch vertreten sei. Dass Obama unter dem Eindruck der Folgen dieser Hammer-Nagel-Politik1 seines Vorgängers, seinem Land eine geostrategische Zurückhaltung auferlegte, war mehr als nur nachvollziehbar - es war richtig. Wenn er von Hardlinern und sog. Falken nicht nur innerhalb der USA als "Taube" verlacht wird, spricht in Wahrheit nur für ihn - soweit er diese Haltung denn beibehielt.
Nun aber steht die Zeit des schrittweisen Abschieds Obamas von einem Lebensabschnitt als "quasimonarchischer Halbgott"an, wo man sogar die Entführung der eigenen Portugiesischen Wasserhunde befürchten muss (der Secret Service vereitelte dieses verwerfliche Unterfangen, Bo und Sunny sind weiterhin wohlauf, vgl. WELT, Jan. 2016): vergangene Woche hatte er Deutschland besucht, als US-Präsident wohl letztmalig.
Und nun glänzte er zum achten und letzten Mal als Festredner beim jährlichen Correspondents' Dinner (WHCD) im Weißen Haus. F. Stephan (Die Zeit) nennt seine Reden bei der traditionsreichen Gala in Washington "mit großer Wahrscheinlichkeit die acht besten, die an dieser Stelle überhaupt jemals zu hören waren".
Obama spiele im informellen Rahmen dieser Veranstaltung sein rhetorisches Talent, sein Gespür für Timing, seine Selbstironie und seine Popkulturkenntnisse aus: Sogar die Red Wedding kennt er:
Er begrüßt zwei republikanische Senatoren, um dann zu rufen: "Security, versperrt die Ausgänge, Richter Merrick Garland, kommen sie her, wir machen das jetzt sofort." Und dann: "Das wird wie die Rote Hochzeit."
Hmm, ob er als POTUS die Zeit für ein Binge Viewing aller bisherigen Game-of-Thrones-Folgen gefunden hat? Oder nur für den betreffenden Filmausschnitt?
In seiner diesjährigen Rede nimmt er so ziemlich die gesamte politische Prominenz der USA aufs Korn:
Gleich nach Obama betrat Larry Wilmore die Bühne, der bei Comedy Central die Sendung "The Nightly Show" moderiert - und setzte in Sachen Medienkritik noch eins drauf:
Seine Schmährede fällt so beißend aus, "dass während seiner Rede Buh-Rufe zu hören sind und der schwarze CNN-Moderator Don Lemon eine Attacke Wilmores mit dem ausgestreckten Mittelfinger quittiert" (vgl. SZ)
Eindeutig auf der Haben-Seite stehen u.a. die Einführung einer allgemeinen Krankenversicherung ("Obama-Care") sowie eine (nicht immer eingehaltene) Politik der Nicht-Einmischung in die Angelegenheiten fremder Staaten. Dass Israels vom Hass und elitärem Dominanzstreben der Ultra-Ordodoxen seines Landes gesteuerte und emotional beeinflusste Premierminister Benjamin Netanjahu äußerst unzufrieden über die Außenpolitik Obamas und insbesondere über das Atomabkommen mit dem Iran ist, zeigt: Obama hat vieles richtig gemacht mit seiner Strategie der De-Eskalation. Der US-amerikanische Schutz für das von allen Seiten umzingelte Israel sollte nicht infrage gestellt werden (was Obama auch zu keiner Zeit tat), darf jedoch nicht als Blanko-Scheck missbraucht werden, im Gaza-Streifen jegliches Menschenrecht außer Kraft zu setzen Darin liegt ein heikler Balance-Akt für Amerika, den Obama weitaus meisterte als sein als sein evangelikaler Vorgänger, der das Israel von heute mit einem Land aus dem Alten Testament verwechselte, deshalb nach Sharons Pfreife tanzte (und die Feinde Israels wie versprochen eliminierte). Man stelle sich dagegen vor, der "Wir-werden-einen-Kreuzzug-führen"-Präsident George W. Bush hätte sich der Ukraine-Krise stellen müssen. Diesem Gotteskrieger verdankt die Welt bereits einen komplett destabilisierten Nahen Osten, wodurch die Entstehung des IS erst möglich wurde.
Bush zettelte unter dem Eindruck der Terroranschläge von 9/11 einen "monumentalen Kampf des Guten gegen das Böse" an, während dessen Verlauf sich immer mehr Menschen weltweit fragten, wo denn die Seite des Guten noch vertreten sei. Dass Obama unter dem Eindruck der Folgen dieser Hammer-Nagel-Politik1 seines Vorgängers, seinem Land eine geostrategische Zurückhaltung auferlegte, war mehr als nur nachvollziehbar - es war richtig. Wenn er von Hardlinern und sog. Falken nicht nur innerhalb der USA als "Taube" verlacht wird, spricht in Wahrheit nur für ihn - soweit er diese Haltung denn beibehielt.
Nun aber steht die Zeit des schrittweisen Abschieds Obamas von einem Lebensabschnitt als "quasimonarchischer Halbgott"an, wo man sogar die Entführung der eigenen Portugiesischen Wasserhunde befürchten muss (der Secret Service vereitelte dieses verwerfliche Unterfangen, Bo und Sunny sind weiterhin wohlauf, vgl. WELT, Jan. 2016): vergangene Woche hatte er Deutschland besucht, als US-Präsident wohl letztmalig.
Und nun glänzte er zum achten und letzten Mal als Festredner beim jährlichen Correspondents' Dinner (WHCD) im Weißen Haus. F. Stephan (Die Zeit) nennt seine Reden bei der traditionsreichen Gala in Washington "mit großer Wahrscheinlichkeit die acht besten, die an dieser Stelle überhaupt jemals zu hören waren".
Obama spiele im informellen Rahmen dieser Veranstaltung sein rhetorisches Talent, sein Gespür für Timing, seine Selbstironie und seine Popkulturkenntnisse aus: Sogar die Red Wedding kennt er:
Er begrüßt zwei republikanische Senatoren, um dann zu rufen: "Security, versperrt die Ausgänge, Richter Merrick Garland, kommen sie her, wir machen das jetzt sofort." Und dann: "Das wird wie die Rote Hochzeit."
Hmm, ob er als POTUS die Zeit für ein Binge Viewing aller bisherigen Game-of-Thrones-Folgen gefunden hat? Oder nur für den betreffenden Filmausschnitt?
In seiner diesjährigen Rede nimmt er so ziemlich die gesamte politische Prominenz der USA aufs Korn:
- am meisten aber sich selbst - als ein ergrauender Mann, der auch nachts um drei hellwach ist, weil er dann zwingend zur Toilette muss.
- "Letztens ist jemand im Weißen Haus über den Zaun geklettert. Aber ich muss dem Secret Service meinen Respekt zollen: Sie haben Michelle schnell wieder zurückgebracht."
- "Nächstes Jahr um diese Zeit wird jemand anderes hier stehen und es ist immer noch offen, wer sie sein wird."
"Just kidding!" Es sei doch klar, er müsse noch über Trump reden.
- "Wir haben einen Raum voller Reporter! Prominente! Kameras! Und er sagt nein!" Sei das Correspondents' Dinner etwa "zu kitschig" für Trump? "Was macht er nur stattdessen? Isst er ein Trump-Steak? Twittert er Beleidigungen gegen Angela Merkel? Was macht er nur?"
Jedenfalls fehle es Trump keneswegs an außenpolitischer Erfahrung, über die
Jahre habe er viele Führungspersönlichkeiten aus aller Welt getroffen:" Miss
Sweden,
Miss Argentinia,
Miss Azerbaijan!" Anhaltendes Gelächter
im Saal, die "Miss Universe Organization" zählt zu Trumps Geschäftsbeteiligungen.
Ausgesprochen wertvoll könne Donalds Erfahrung auch sein, "wenn es darum geht, Guantanamo zu schließen. Denn Trump weiß das eine oder andere darüber, wie man Grundstücke am Wasser herunterwirtschaftet."
Beachtet man nur ein wenig die ernsteren Zwischentöne, so wird ebenfalls deutlich: Obama macht die US-Medien mitverantwortlich für Trumps Erfolg:
Zugegeben, bislang hatte ich zu wenig von Obamas Reden gehört, um sein sympathisches Talent als Comedian zur Kenntnis zu nehmen. (Naja, das ist halt mein eigenes Versäumnis, denn nicht nur im Vorjahr hatte er mit seiner WHCD-Rede ebenfalls brilliert: Etwa an de Adresse von Hillary Clinton:
"For many Americans, this is still a time of deep uncertainty. For example, I have one friend -- just a few weeks ago, she was making millions of dollars a year. And she's now living out of a van in Iowa."
Oder in Richtung der Leute, die ihn immer noch für einen Muslim halten: "Being President is never easy. I still have to fix a broken immigration system, issue veto threats, negotiate with Iran - all while finding time to pray five times a day.")
Ob in gut neun Monaten nun entweder eine dröge Lobbyistin des Investment Bankings seine Nachfolge antritt oder eine von politischer Erfahrung gänzlich freie Witzfigur mit orangefarbenem Haarteil, der anstelle von inhaltlicher Substanz mit der Beleidigung von Behinderten und Muslimen 'glänzt' - ich schätze, der charismatische und durchaus integre Barack Obama wird von vielen vermisst werden. Ob man in politischen Entscheidungen übereinstimmt oder nicht - es zeichnet Obama aus, dass er sich in acht Jahren keinen einzigen persönlichen Skandal zuschulden kommen ließ.
Da war weder eine Lewinsky-Affäre samt präsidialer Lüge noch horrender Ausweis von Unfähigkeit, weswegen sogar der Präsidenten-Papa glaubt die Schuld auf die Berater seines Sohnes schieben zu müssen. Etwaigen Apologeten der Präsidentschaften von Bush jun. seien 50 'beste' Zitate von George W. Bush vorgehalten. Mein Favorit, auch wenn er nicht zum Lachen verleitet: "Kein Präsident hat jemals soviel für die Menschenrechte getan wie ich!"
Ausgesprochen wertvoll könne Donalds Erfahrung auch sein, "wenn es darum geht, Guantanamo zu schließen. Denn Trump weiß das eine oder andere darüber, wie man Grundstücke am Wasser herunterwirtschaftet."
Beachtet man nur ein wenig die ernsteren Zwischentöne, so wird ebenfalls deutlich: Obama macht die US-Medien mitverantwortlich für Trumps Erfolg:
- "Ich will nicht zu viel Zeit mit 'The Donald' verbringen. Ich mache es wie ihr und halte mich zurück. Denn ich finde, dass er von Anfang an genau das richtige Ausmaß an Berichterstattung bekommen hat. Ich hoffe, ihr seid alle stolz auf euch. Der Kerl wollte seine Hotels bekannter machen und nun hoffen wir, dass Cleveland bis Juli durchhält." (In Cleveland findet im Juni 2016 der Nominierungs-Parteitag der GOP statt)
- "Es widerspricht nicht eurer Objektivität, wenn ihr Fakten einfordert!"
President Obama Speaks at the White House Correspondents’ Association Dinner
Zugegeben, bislang hatte ich zu wenig von Obamas Reden gehört, um sein sympathisches Talent als Comedian zur Kenntnis zu nehmen. (Naja, das ist halt mein eigenes Versäumnis, denn nicht nur im Vorjahr hatte er mit seiner WHCD-Rede ebenfalls brilliert: Etwa an de Adresse von Hillary Clinton:
"For many Americans, this is still a time of deep uncertainty. For example, I have one friend -- just a few weeks ago, she was making millions of dollars a year. And she's now living out of a van in Iowa."
Oder in Richtung der Leute, die ihn immer noch für einen Muslim halten: "Being President is never easy. I still have to fix a broken immigration system, issue veto threats, negotiate with Iran - all while finding time to pray five times a day.")
Ob in gut neun Monaten nun entweder eine dröge Lobbyistin des Investment Bankings seine Nachfolge antritt oder eine von politischer Erfahrung gänzlich freie Witzfigur mit orangefarbenem Haarteil, der anstelle von inhaltlicher Substanz mit der Beleidigung von Behinderten und Muslimen 'glänzt' - ich schätze, der charismatische und durchaus integre Barack Obama wird von vielen vermisst werden. Ob man in politischen Entscheidungen übereinstimmt oder nicht - es zeichnet Obama aus, dass er sich in acht Jahren keinen einzigen persönlichen Skandal zuschulden kommen ließ.
Da war weder eine Lewinsky-Affäre samt präsidialer Lüge noch horrender Ausweis von Unfähigkeit, weswegen sogar der Präsidenten-Papa glaubt die Schuld auf die Berater seines Sohnes schieben zu müssen. Etwaigen Apologeten der Präsidentschaften von Bush jun. seien 50 'beste' Zitate von George W. Bush vorgehalten. Mein Favorit, auch wenn er nicht zum Lachen verleitet: "Kein Präsident hat jemals soviel für die Menschenrechte getan wie ich!"
Gleich nach Obama betrat Larry Wilmore die Bühne, der bei Comedy Central die Sendung "The Nightly Show" moderiert - und setzte in Sachen Medienkritik noch eins drauf:
Seine Schmährede fällt so beißend aus, "dass während seiner Rede Buh-Rufe zu hören sind und der schwarze CNN-Moderator Don Lemon eine Attacke Wilmores mit dem ausgestreckten Mittelfinger quittiert" (vgl. SZ)
- Obamas Treffen mit dem Basketballstar Steph Curry kommentierte er mit den Worten "Das war cool. Und es ergibt auch viel Sinn: Ihr mögt es beide, aus einiger Entfernung Bomben regnen zu lassen." (Von Basketball habe ich keinen Schimmer, aber Curry versteht sich wohl auf Distanzwürfe. Während seiner Rede beim WHCD 2011 waren zwei Hubschrauber mit US-Elitesoldaten auf dem Weg nach Pakistan, um Bin Laden zu fassen oder zu töten. Selbst Kritiker mussten zugeben: Dieser Auftritt war nicht nur "cool", er zeigte die Nervenstärke des Präsidenten.)
- Noch weniger Begeisterung dürfte ein weiterer Bezug zu den jüngsten Nachrichten nach sich gezogen haben: über sein Publikum: "Ich bin wirklich beeindruckt von den Leuten in diesem Raum. So viele reiche, mächtige Menschen. Es ist wirklich nett, endlich die Namen mit den Gesichtern aus den Panama Papers zusammenzubringen."
Im direkten Vergleich mit TV-Satiriker Larry Wilmore schnitt Barack Obama jedenfalls um Längen besser ab; für meinen Geschmack hat es nichts mit Humor zu tun, wenn man an den ersten (und hoffentlich nicht den letzten) schwarzen US-Präsidenten Worte richtet wie:
"Yo, Barry, du hast es geschaffen, mein Nigger. Du hast es geschafft."
Das ist nicht lustig, sondern kommt rüber als beleidigende Provokation ...und dürfte im Nachgang der Veranstaltung für einige Aufregung gesorgt haben.
Dabei meinte Wilmore exakt das Gegenteil , denn gleich zuvor resümierte er mit einigem Pathos: "Und heute kann ein schwarzer Mann der Anführer der gesamten freien Welt sein".
Siehe auch:
- Obama beim Korrespondenten-Dinner: "Das wird wie die Rote Hochzeit" (SPON, 1.5.16)
- "Obama macht US-Medien mitverantwortlich für Trumps Erfolg" (SZ, 1.5.16)
- "Wieso Satiriker Wilmore die Medien kritisiert und das N-Wort benutzt" (SZ)
- "Warum wir Barack Obama noch vermissen werden", (Uwe Schmitt auf WELT.de, 23.4.16)
Anmerkungen
- "Wenn Dein einziges Werkzeug ein Hammer ist, wirst Du jedes Problem als Nagel betrachten." (Mark Twain)
- So schnelles und verärgertes Feedback habe ich noch nie erhalten - Grund: Ich hatte den Vornamen des US-Präsidenten falsch burchtabiert, und das gleich mehrfach. Nein, war keine Absicht. Und ist nun korrigiert. Sorry.
Samstag, 12. März 2016
Piercing: "Habe meiner Tochter Magneten an Bauch gehalten"
Den Unternehmer Prof. Henning Zoz kenne ich nicht näher, nur das wenige, das derzeit durch Medien und Netz geistert. 2011 war Zoz als "Manager des Jahres 2011“ für Südwestfalen ausgezeichnet worden, er gilt als innovativ - und bezeichnet sich selbst als "unkonventionell".
Viele stören sich daran, dass Zoz für Mitarbeiter und Besucher von Info-Veranstaltungen einen expliziten Dresscode verhängt:
Was der Herr Professor indessen seiner Tochter angetan hat, empfinde ich als weitaus größeren Anlass zur Entrüstung:
Verdrehte Welt
Viele stören sich daran, dass Zoz für Mitarbeiter und Besucher von Info-Veranstaltungen einen expliziten Dresscode verhängt:
"Wir richten uns nicht an Menschen mit bunten Haaren, Blech im Gesicht und jene, die die Füße nicht heben und die Hose kaum auf den Hüften halten können und/oder eines ordentlichen Sprachgebrauches kaum mächtig sind."Derlei Vorgaben muss man nicht mögen, doch sie sind nicht rechtswidrig. Wer das Hausrecht innehat. darf sich seine Gäste und Besucher halt aussuchen. Diskriminierung? Schwierig, solange nicht nach 'Rasse', Hautfarbe oder Überzeugungen selektiert wird.
Was der Herr Professor indessen seiner Tochter angetan hat, empfinde ich als weitaus größeren Anlass zur Entrüstung:
Voller Stolz erzählt Zoz in einem mit der WELT geführten Interview (9.3.16):
"Das kann ich Ihnen sagen, meine minderjährige Tochter hat sich mal ein Bauchnabelpiercing machen lassen, als ich gerade auf Reisen war. Ich habe die Reise vorzeitig abgebrochen und ihr zur Begrüßung einen großen Magneten an den Bauch gehalten. Da war das Gejammer groß. Aber das Piercing kam weg."Mir ist - mangels einer Erfahrung im Umgang mit Piercings - nicht ganz klar, welche Auswirkungen dies hatte. Doch stellt dieser Vorgang zumindest eine versuchte Körperverletzung dar - dafür darf man sich heute feiern lassen?
Verdrehte Welt
Mittwoch, 7. Oktober 2015
Was soll dieser Javascript-Zwang?
Wie viele mäßig vorsichtige Internet-User habe ich Javascript im Browser standardmäßig deaktiviert: Tools wie Noscript gestatten jedoch eine individuelle Einstellung für jene Webseiten, denen man vertraut.
Mit dieser Vermeidung von Sicherheitslücken nimmt man in Kauf, dass manche visuelle Elemente nicht angezeigt und bestimmte Funktionen nicht genutzt werden können.
Doch viele Content-Anbieter leiden an einer 'Zwangsstörung': inzwischen gehen immer mehr Seitenbetreiber dazu über, ihren Besuchern ein Alles-Oder-Nichts-Prinzip aufzuwingen. Hierzu wird der Text (für dessen Anzeige nur in den seltensten Fällen Javascript aktiviert sein müsste) mit hässlichen roten Balken o.ä. unleserlich gemacht - bis auf den freundlichen Hinweis
Schon im Jahr 2001 hatten Datenschützer den Zwang zu Cookies, Javascript und ActiveX kritisiert (Heise.de). Die Deutsche Vereinigung für Datenschutz eine Schwarze Liste von Webseiten führen, welche das Akzeptieren 'aktiven Inhalten' verlangen.
Mit dieser Vermeidung von Sicherheitslücken nimmt man in Kauf, dass manche visuelle Elemente nicht angezeigt und bestimmte Funktionen nicht genutzt werden können.
Doch viele Content-Anbieter leiden an einer 'Zwangsstörung': inzwischen gehen immer mehr Seitenbetreiber dazu über, ihren Besuchern ein Alles-Oder-Nichts-Prinzip aufzuwingen. Hierzu wird der Text (für dessen Anzeige nur in den seltensten Fällen Javascript aktiviert sein müsste) mit hässlichen roten Balken o.ä. unleserlich gemacht - bis auf den freundlichen Hinweis
"...ist für die Nutzung mit JavaScript ausgelegt. Bitte aktivieren Sie JavaScript in Ihrem Browser!"Auf der MoPo-Webpräsenz wird dieser Zwang besonders auffällig visualisiert: der Text im Hintergrund verschwindet nicht vollständig, sondern verschwimmt bis zur Unkenntlichkeit. Klar, wer überhaupt noch unentgeltlich Beiträge ins Netz stellt, will natürlich nicht, dass etwaige Werbung und/oder Datensammlungen für Statistiken unterbunden werden.
Schon im Jahr 2001 hatten Datenschützer den Zwang zu Cookies, Javascript und ActiveX kritisiert (Heise.de). Die Deutsche Vereinigung für Datenschutz eine Schwarze Liste von Webseiten führen, welche das Akzeptieren 'aktiven Inhalten' verlangen.
In der Praxis müssen User sich häufig entscheiden: Verzichten sie auf den Besuch der betreffenden Homepage, oder schalten sie das ungeliebte JavaScript ein - obwohl es zum Lesen von Textbeiträgen etc. im Grunde überflüssig und zudem ein Einfallstor für sog. 'Day-0 Exploits' und sonstige Malware ist.
"Eine Umfrage mit Javascript-Zwang ist eine Umfrage mit deutlich weniger Antworten."
Wie so oft unterschätzen Verbraucher auch in diesem Kontext ihre 'Macht': Würde eine ansehnliche Mehrheit von Internetnutzern sich dem riskanten Klicki Bunti -Schrott samt Zappelgifs verweigern, wären die Anbieter wohl benutzerfreundlicheren Konzepten gezwungen. Doch leider siegt auch hier meist die Bequemlichkeit. Zudem kann man ohne Javascript den Zugang zu Portalen wie Facebook komplett vergessen (vermute ich mal) ...aber in deren Nutzung erweist sich heutzutage offenbar das Menschsein schlechthin...
Naja, das muss letztlich jeder für sich selbst entscheiden ... ein Javascript-Zwang ist für mich fast immer ein
guter Anlass zum Verlassen der Seite. Kann und will ich denn ganz ohne MoPo und Fbook leben? Öhm..., ja.
Bei Google wird's schon schwieriger, denn andere Suchmaschinen zeigen meist auf den ersten 5 -10 Seiten exakt das an, was ich nicht gesucht habe. Immerhin lässt sich die Google-Suchfunktion auch mit deaktiviertem Javascript nutzen, wenn auch nicht ganz so komfortabel; Auto-Vervollständigung und Anzeige von Ergebnissen noch beim Eintippen geht dann nicht.
Donnerstag, 24. September 2015
Heute (24.9.) Weltuntergang? Nicht schon wieder...
Im April 2015 zeichnete sich ab: Es geht wieder los: "Prediger sicher: Roter Blutmond zu Ostern ist ein Zeichen Gottes - Faszinierendes Naturschauspiel".
Auf Fischinger Online wurden gleich zwei Blog-Beiträge ins Netz gestellt:
Auf Fischinger Online wurden gleich zwei Blog-Beiträge ins Netz gestellt:
- 8.6.: "Am 24. September 2015 kommen der Weltuntergang und Jesus Christus über die Erde! Alle Ungläubigen werden zerschmettert und die Gläubigen 'entrückt'."
- 22.9.:"Das Jüngste Gericht ist nahe! Eine „Mormonen-Priesterin“ in den USA glaubt, dass noch in diesem Monat der Weltuntergang beginnt."
"Endlich wieder ein Weltuntergang. Endlich wieder die wildesten Aussagen im Internet."Aufgrund vieler Anfragen, erklärt Fischinger, habe er sich dann doch entschlossen, ein eigenes Video-Statement über diesen neuerlichen Weltuntergang samt Entrückung der Gläubigen und Gehorsamen zu publizieren. Und mehr als 66.000 Klicks auf YT zeigen, dass sich wiederum etliche Leute für die düsteren Warnungen interessieren.
Trotzdem - ich mag nicht mehr. Ich mochte schon 2012 nicht, als große Teile der Dauerpanik-Fraktion im Internet monatelang am Rad drehten.
Anstatt uns um die Hallus selbsternannter Endzeitprediger zu sorgen, sollten wir uns endlich mit langfristiger wirksamen, dafür aber realen Bedrohungspotenzialen befassen.
Mittwoch, 23. September 2015
Stationierung neuer US-Nuklearwaffen in Deutschland
22.9.15. Nach einem Bericht des ZDF-Magazins "Frontal 21" sollen 20 neue amerikanische Atombomben vom Typ B61-12 auf dem Bundeswehr-Fliegerhorst Büchel in Rheinland-Pfalz stationiert werden. (Vgl. Focus,21.9.)
Diese taktischen Nuklearwaffen vom Typ B61-12 seien wesentlich zielgenauer sind als die Atombomben, die bislang in Büchel lagern und hätten zusammen die Sprengkraft von 80 Hiroshima-Bomben:
Im Juli 2015 hatte das US-Militär von der Nellis AFB aus einen den ersten Abwurftest mit der neuen B61-12 LEP durchgeführt. LEP steht für Life Extension Program, das seit Februar 2012 durchgeführt wird, um vorhandene B61-Atombomben aufzuarbeiten und mit einem Steuerteil im Heck zu versehen. Damit wird die Präzision der mit einem 50-Kilotonnen-Sprengkopf versehenen Bombe erhöht. Die Atombombe soll ältere Modelle vom Typ B61-3,- 4,- 7 und -10 ablösen.(Vgl. "Erster Abwurftest mit der Atombombe B61-12", flugrevue.de)
Die NATO unterhält in Europa sechs Standorte für US-Atomwaffen, auf denen ca. 180 US-amerikanische Nuklearwaffen werden dort gelagert: Büchel in der Eifel, Kleine Brogel in Belgien, Volkel in den Niederlanden, Aviano und Ghedi in Italien und in Incirlik in der Türkei. In Aviano entsteht eine ganz neue Sicherungsanlage, die zwölf Flugzeugschutzbauten umgibt, von denen höchstwahrscheinlich elf je ein unterirdisches Magazin zur Lagerung atomarer Waffen enthalten. Insgesamt mehren sich die Anzeichen, dass diese Standorte für weitere Jahrzehnte Atomwaffen beherbergen sollen und dafür mit viel Geld modernisiert werden. Parallel beginnen in diesem Jahr auch die US-Arbeiten zur Anpassung des Tornados an die neue Nuklearwaffe B61-12 ...folgerichtig zerbricht sich die Bundeswehr bereits den Kopf, wie die Flugzeuge dieses Typs auch über das Jahr 2025 oder 2030 hinaus in Dienst gehalten werden können. (Vgl. "Upgrades At US Nuclear Bases In Europe Acknowledge Security Risk", facs.org, 10.9.)
Die Frage nach der grundsätzlichen 'Notwendigkeit' zur Stationierung amerikanischer Atomwaffen in Mitteleuropa vermag ich vom militärischen Standpunkt (Kräftegleichgewicht, Reaktionsgeschwindigkeit etc.) kaum zu beurteilen. Hierzu müssten genaue und aktuelle Angaben über das konventionelle und nukleare Bedrohungspotenzial auf russischer Seite analysiert werden.
Zwei andere Aspekte aber geben Anlass zur Besorgnis:
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Diese taktischen Nuklearwaffen vom Typ B61-12 seien wesentlich zielgenauer sind als die Atombomben, die bislang in Büchel lagern und hätten zusammen die Sprengkraft von 80 Hiroshima-Bomben:
Im Juli 2015 hatte das US-Militär von der Nellis AFB aus einen den ersten Abwurftest mit der neuen B61-12 LEP durchgeführt. LEP steht für Life Extension Program, das seit Februar 2012 durchgeführt wird, um vorhandene B61-Atombomben aufzuarbeiten und mit einem Steuerteil im Heck zu versehen. Damit wird die Präzision der mit einem 50-Kilotonnen-Sprengkopf versehenen Bombe erhöht. Die Atombombe soll ältere Modelle vom Typ B61-3,- 4,- 7 und -10 ablösen.(Vgl. "Erster Abwurftest mit der Atombombe B61-12", flugrevue.de)
Die NATO unterhält in Europa sechs Standorte für US-Atomwaffen, auf denen ca. 180 US-amerikanische Nuklearwaffen werden dort gelagert: Büchel in der Eifel, Kleine Brogel in Belgien, Volkel in den Niederlanden, Aviano und Ghedi in Italien und in Incirlik in der Türkei. In Aviano entsteht eine ganz neue Sicherungsanlage, die zwölf Flugzeugschutzbauten umgibt, von denen höchstwahrscheinlich elf je ein unterirdisches Magazin zur Lagerung atomarer Waffen enthalten. Insgesamt mehren sich die Anzeichen, dass diese Standorte für weitere Jahrzehnte Atomwaffen beherbergen sollen und dafür mit viel Geld modernisiert werden. Parallel beginnen in diesem Jahr auch die US-Arbeiten zur Anpassung des Tornados an die neue Nuklearwaffe B61-12 ...folgerichtig zerbricht sich die Bundeswehr bereits den Kopf, wie die Flugzeuge dieses Typs auch über das Jahr 2025 oder 2030 hinaus in Dienst gehalten werden können. (Vgl. "Upgrades At US Nuclear Bases In Europe Acknowledge Security Risk", facs.org, 10.9.)
Die Frage nach der grundsätzlichen 'Notwendigkeit' zur Stationierung amerikanischer Atomwaffen in Mitteleuropa vermag ich vom militärischen Standpunkt (Kräftegleichgewicht, Reaktionsgeschwindigkeit etc.) kaum zu beurteilen. Hierzu müssten genaue und aktuelle Angaben über das konventionelle und nukleare Bedrohungspotenzial auf russischer Seite analysiert werden.
Zwei andere Aspekte aber geben Anlass zur Besorgnis:
- Taktische Kernwaffen (oder 'nukleare Gefechtsfeldwaffen') sollen ähnlich wie konventionelle Waffen zur Bekämpfung gegnerischer Streitkräfte eingesetzt werden. Ihr Wirkungskreis und in der Regel auch die Sprengkraft sind deutlich geringer als bei strategischen Waffen. Der geringe Wirkradius soll einen Einsatz relativ nahe an den eigenen Positionen erlauben. Anders ausgedrückt, diese Dinger dienen nicht nur einem Abschreckungsszenario wie die ICBMs, sondern sie sollen im Ernstfall wirklich zum Einsatz kommen
- Die Konfrontation zwischen Russland und der NATO befindet sich längst in einer gefährlichen Eskalationsspirale. Ausgerechnet jetzt die (evtl. schon längerfristig geplante?) Modernisierung von Atomwaffen in Europa zu kommunizieren, wird die Spannungen nur weiter verschärfen.
Ausführlichere Infos unter: "Atomwaffen-Modernisierung in Europa - Das Projekt B61-12, eine Studie von von Otfried Nassauer und Gerhard Piper am BITS BITS - Berliner Informationszentrum für transatlantische Sicherheit (als Pdf)
Islamischer Saat: Verhaltenskodex im Umgang mit Sklavinnen
Die Verbreitung von Furcht und Schrecken durch per Video dokumentierte Grausamkeiten sowie systematische Vergewaltigungen sieht der IS als legitime Mittel seines Krieges gegen die Ungläubigen an.
Seit Monaten existieren Berichte, wonach die fanatischen Mörder der Terrorbande IS junge Mädchen und Frauen als Sklavinnen halten. Sie werden auf Sklavenmärkten verkauft und dann von ihren 'Eigentümern' geschlagen und sexuell missbraucht.
Die Terroristen versuchen nun, die Legitimität ihres Handeln aus islamischen Rechtsquellen herzuleiten. Was dabei herauskommt, ist ein Freibrief der Abscheulichkeiten:
Das Jesidentum ist eine monotheistische, nicht auf einer heiligen Schrift beruhende und nicht missionierende Religion. Die Mitgliedschaft ergibt sich durch Geburt, wenn beide Elternteile jesidischer Abstammung sind. Im Zentrum des jesidischen Glaubens stehen der Melek Taus („Engel Pfau“), der Scheich Adi ibn Musafir (um 1073–1163) sowie die sieben Mysterien. Das Jesidentum wird zu den zeitgenössischen monotheistischen Religionen gezählt, neben Judentum, Christentum, Islam, Sikhismus, Bahaitum und Zoroastrismus.
Vom IS werden die Jesiden der Einfachheit halber jedoch als heidnische Religion aus vorislamischer Zeit eingestuft, sie gelten als Polytheisten und "Götzendiener".
Deshalb sei man "nach islamischem Recht" berechtigt, jesidische Frauen und Kinder zu versklaven."
In der "Praxis" kommt diese Auslegung einer Ermächtigung gleich, selbst Kinder zu vergewaltigen:
Sexuelle Unterdrückung und Terror dienen dem IS als Instrument, um die Fassade einer gewissen Stabilität nach innen aufrechtzuerhalten. Für den Umgang mit Sklavinnen gibt es einen Verhaltenskodex, der in 27 Fragen und Antworten Orientierung geben soll.
Als Sklavinnen können demnach alle Frauen und Mädchen gehalten werden, die "ungläubig", also keine Musliminnen sind: "Es ist erlaubt, Geschlechtsverkehr mit einer Sklavin zu haben, die noch nicht in der Pubertät ist, solange sie geeignet zum Geschlechtsverkehr scheint."
Wie die WELT berichtet, stellt Aussicht auf junge Sklavinnen einen wichtigen Rekrutierungsgrund des IS dar:
Seit Monaten existieren Berichte, wonach die fanatischen Mörder der Terrorbande IS junge Mädchen und Frauen als Sklavinnen halten. Sie werden auf Sklavenmärkten verkauft und dann von ihren 'Eigentümern' geschlagen und sexuell missbraucht.
Die Terroristen versuchen nun, die Legitimität ihres Handeln aus islamischen Rechtsquellen herzuleiten. Was dabei herauskommt, ist ein Freibrief der Abscheulichkeiten:
Das Jesidentum ist eine monotheistische, nicht auf einer heiligen Schrift beruhende und nicht missionierende Religion. Die Mitgliedschaft ergibt sich durch Geburt, wenn beide Elternteile jesidischer Abstammung sind. Im Zentrum des jesidischen Glaubens stehen der Melek Taus („Engel Pfau“), der Scheich Adi ibn Musafir (um 1073–1163) sowie die sieben Mysterien. Das Jesidentum wird zu den zeitgenössischen monotheistischen Religionen gezählt, neben Judentum, Christentum, Islam, Sikhismus, Bahaitum und Zoroastrismus.
Vom IS werden die Jesiden der Einfachheit halber jedoch als heidnische Religion aus vorislamischer Zeit eingestuft, sie gelten als Polytheisten und "Götzendiener".
Deshalb sei man "nach islamischem Recht" berechtigt, jesidische Frauen und Kinder zu versklaven."
In der "Praxis" kommt diese Auslegung einer Ermächtigung gleich, selbst Kinder zu vergewaltigen:
Sexuelle Unterdrückung und Terror dienen dem IS als Instrument, um die Fassade einer gewissen Stabilität nach innen aufrechtzuerhalten. Für den Umgang mit Sklavinnen gibt es einen Verhaltenskodex, der in 27 Fragen und Antworten Orientierung geben soll.
Als Sklavinnen können demnach alle Frauen und Mädchen gehalten werden, die "ungläubig", also keine Musliminnen sind: "Es ist erlaubt, Geschlechtsverkehr mit einer Sklavin zu haben, die noch nicht in der Pubertät ist, solange sie geeignet zum Geschlechtsverkehr scheint."
Wie die WELT berichtet, stellt Aussicht auf junge Sklavinnen einen wichtigen Rekrutierungsgrund des IS dar:
"Viele fühlen sich angezogen von den professionell in Szene gesetzten IS-Kriegern und ihrem Leben mit eroberten, gekauften oder geschenkten Konkubinen jeden Alters."
Siehe auch:
- "Ein Kind im Alter von ein bis neun Jahren kostet etwa 150 Euro" - Systematischer Frauen- und Kinderhandel als Finanzierungs-Instrument des IS (WELT,28.8.15)
Dienstag, 22. September 2015
Streit: "EU-Staaten entzweien sich in Flüchtlingskrise"
22.9.15. Die EU-Staaten hätten sich über die Frage der Verteilung von 120.000 Flüchtlingen entzweit, berichtet Reuters. Freundliche Umschreibung für einen handfesten Streit? Es scheint so:
Nicht einstimmig, sondern gegen den Willen von vier osteuropäischen Ländern beschlossen die Innenminister die Umsiedlung der Menschen mit Aussicht auf Asyl, die meist in Griechenland und Italien erstmals EU-Gebiet betreten hatten.
Am Mittwoch beraten die Staats- und Regierungchefs in Brüssel über die Flüchtlingskrise.
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Nicht einstimmig, sondern gegen den Willen von vier osteuropäischen Ländern beschlossen die Innenminister die Umsiedlung der Menschen mit Aussicht auf Asyl, die meist in Griechenland und Italien erstmals EU-Gebiet betreten hatten.
"Wir hätten eine einstimmige Entscheidung vorgezogen."Eine Abstimmung im EU-Rat mit qualifizierter Mehrheit ist ungewöhnlich. Gegen den Beschluss stimmten Tschechien, die Slowakei, Ungarn und Rumänien; diese Staaten sperren sich vor allem gegen Vorgaben, wie viele Flüchtlinge sie aufnehmen sollen. Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico stellte klar, eine verpflichtende Verteilung von Flüchtlingen in der Slowakei werde es während seiner Regierungszeit nicht geben werde.
Am Mittwoch beraten die Staats- und Regierungchefs in Brüssel über die Flüchtlingskrise.
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Dienstag, 8. September 2015
Nudging - ein sanfter Schubs? Verhaltensökonomie im Kanzleramt
Vor einem Jahr war dies ein ziemlicher Aufreger: In einer Stellungsausschreibung suchte das Bundeskanzleramt nach Psychologen, Anthropologen und Verhaltensökonomen: Die Regierung wolle künftig wirksamer regieren und den
Bürgern einen Schubs in die „richtige“ Richtung geben.
Das Bundeskanzleramt sucht gleich drei Referenten mit tiefen Kenntnissen über Psychologie, Anthropologie und Verhaltensökonomik für den Stab Politische Planung, Grundsatzfragen und Sonderaufgaben - von der BILD wurden die künftigen Stelleninhaber kurzerhand "Psycho-Trainer" getauft.
Es gehe darum, neue Methoden für „wirksames Regieren“ zu erproben. Dafür sollten Erkenntnisse der Verhaltensökonomie stärker genutzt werden.
Den Grundstein dieser Idee einer psychologischen Politikberatung legte das Buch „Nudge“ von Richard Thaler und Cass Sunstein (Harvard Universität) im Jahr 2008. So ein Nudge (engl. für Stups oder Schubs) ist für die Erfinder des Begriffs Richard Thaler und Cass Sunstein eine Methode, um ohne Verbote oder Befehle das Verhalten von Menschen zu beeinflussen. Lässt man die umständlichen Euphemismen beiseite, will die Regierung gibt den Bürgern ihres Landes einen Schubser in die vermeintlich richtige Richtung geben. Um dadurch „wirksamer zu regieren“.
Die Entscheidung von Bürgern sollen 'verbessert werden', ohne deren Wahlmöglichkeiten durch Zwang oder Restriktionen einzuschränken - zum Beispiel durch steuerliche Anreize. jedoch lässt W.Neun (möglicherweise unbeabsichtigt) durchklingen, dass der politische Einsatz von Nudging sehr wohl darauf abzielt, "diffuse Ängste" und Widerstände in der Bevölkerung gegen Regierungsvorhaben zu reduzieren. Der Verhaltensökonom führt aus, mit dieser 'sanften' Methode lasse sich die Realisierungsgeschwindigkeit größer Vorhaben (wie beispielsweise die Energiewende samt der Nord-Süd-Trasse zur Stromversorgung) sogar halbieren.
Das klingt schon verdächtig nach psychologischer Trickserei, anstatt sich den (zumindest teilweise berechtigten und sehr wohl begründeten) Sorgen betroffener Bürger zu stellen und diese ggf. in geeigneten Konsultationen auszuräumen.
Der Verhaltensforscher Iwan P. Pawlow hatte im Verlauf seiner Experimente zum Zusammenhang zwischen Speichelfluss und Verdauung beobachtet, dass bei Hunden schon die Schritte des Besitzers Speichelfluss auslösten, obwohl noch gar kein Futter in Sicht war. Er vermutete, dass das Geräusch der Schritte, dem regelmäßig die Fütterung folgte, für die Hunde mit Fressen assoziiert war. Das vorher neutrale Schrittgeräusch werde im Organismus des Hundes mit dem Stimulus „Futter“ in Verbindung gebracht.
Um diese Hypothese zu prüfen, gestaltete er 1905 ein aussagekräftiges Experiment: Auf die Darbietung von Futter, einem unbedingten Reiz, folgt Speichelfluss (unbedingter Reflex -> unbedingte, d.h. vom Hund nicht beeinflussbare Reaktion), auf das Ertönen eines Glockentons (neutraler Reiz) nichts. Wenn nun der Glockenton wiederholt in engem zeitlichem Zusammenhang mit dem Anbieten von Futter erklingt, reagieren die Hunde schließlich auf den Ton allein mit Speichelfluss. Dieses Phänomen bezeichnete Pawlow als Konditionierung.
Dieses Prinzip der 'klassischen Konditionierung' lässt sich vereinfacht so veranschaulichen:
Auf Menschen bzw. komplexes Sozialverhalten lässt sich dieses Prinzip nicht ohne weiteres anwenden - denn im menschlichen Kommunikations- und Entscheidungsverhalten spielen unbedingte Reflexe kaum eine Rolle.
Der Vorwurf "die Regierung will uns zu braven Haushunden degradieren" greift insoweit also nicht. Aber:
Die Lernpsychologie kennt außerdem die sog. instrumentelle und operante Konditionierung, welche das Erlernen von Reiz-Reaktions-Mustern aus ursprünglich spontanem Verhalten betrifft.
Die beabsichtigte Häufigkeit eines 'wünschenswerten' Verhaltens kann durch den gezielten Einsatz angenehmer Konsequenzen (Lob, Streicheln, Anerkennung, ein 'Leckerli', aber auch finanzielle Vergünstigungen) nachhaltig verändert werden. Dies funktioniert bei Kindern und Erwachsenen auch, ohne dass diesen die Verhaltensbeeinflussung bewusst wird. Rationales Entscheidungsverhalten ist eine Illusion, wir entscheiden allzuoft spontan und emotional ...'aus dem Bauch heraus'.
Vermutlich gehen die Befürchtungen von Kritikern politischen Nudgings eher in diese Richtung, aber 'der Bürger als armer manipulierter Hund' ist so herrlich plakativ.
In sozialen Medien war sogleich von einer Propaganda-Truppe Merkels die Rede - "Kanzleramt plant psychologische Manipulation der öffentlichen Meinung" lautet der Titel eines kritischen YT-Videobeitrages dazu.
Kritisiert wurde auch die anmaßende Haltung der Regierenden "Wir wissen besser als unsere Bürger, was gut für sie ist", d.h. über die Wünsche seiner Bürger zu befinden und diese mit psychologischen Tricks zu manipulieren.
Nun versuche ich möglichst, mich nicht gleich vom allgemeinen Wutgeheul erfassen zu lassen oder darin einzustimmen, bevor ich mich überhaupt informiert habe.
Ist es denn wirklich so negativ zu bewerten, wenn "Mutti" ihren Kleinen gelegentlich mit sanftem Nachdruck den richtigen Weg aufzeigt? Na ja, es kommt drauf an - wie immer.
Auf WPedia ist als eingängiges Beispiel ein Nudge-Urinal abgebildet:
Die Autoren des erwähnten YT-Videos gehen davon aus, "dieses in den USA entwickelte Verfahren zur Manipulation der öffentlichen Meinung soll jetzt auch in Deutschland mit Hilfe der Medien und des Fernsehens einen Meinungsumschwung hin zur Zustimmung von TTIP bewirken".
Das Bundeskanzleramt sucht gleich drei Referenten mit tiefen Kenntnissen über Psychologie, Anthropologie und Verhaltensökonomik für den Stab Politische Planung, Grundsatzfragen und Sonderaufgaben - von der BILD wurden die künftigen Stelleninhaber kurzerhand "Psycho-Trainer" getauft.
Es gehe darum, neue Methoden für „wirksames Regieren“ zu erproben. Dafür sollten Erkenntnisse der Verhaltensökonomie stärker genutzt werden.
Verhaltensökonomik oder Verhaltensökonomie als Teilgebiet der Wirtschaftswissenschaften beschäftigt sich mit menschlichem Verhalten in wirtschaftlichen Situationen. "Dabei werden Konstellationen untersucht, in denen Menschen im Widerspruch zur Modell-Annahme des Homo oeconomicus, also des rationalen Nutzenmaximierers, agieren".Mit anderen Worten, viele Menschen handeln und denken in einer Weise, die ihren eigenen Interessen (oder den Interessen der Merkel-Administration?) widerspricht. Konkret sollen diese "Psycho-Trainer" die „Entwicklung alternativer Designs von politischen Vorhaben“ auf Grundlage verhaltenswissenschaftlicher Erkenntnisse vorantreiben, heißt es in der Anzeige.
Den Grundstein dieser Idee einer psychologischen Politikberatung legte das Buch „Nudge“ von Richard Thaler und Cass Sunstein (Harvard Universität) im Jahr 2008. So ein Nudge (engl. für Stups oder Schubs) ist für die Erfinder des Begriffs Richard Thaler und Cass Sunstein eine Methode, um ohne Verbote oder Befehle das Verhalten von Menschen zu beeinflussen. Lässt man die umständlichen Euphemismen beiseite, will die Regierung gibt den Bürgern ihres Landes einen Schubser in die vermeintlich richtige Richtung geben. Um dadurch „wirksamer zu regieren“.
Positive Reaktionen
Die positive Sicht: "Hilfe zur Selbsthilfe...Menschen auf den Weg bringen", ohne die persönliche Entscheidungsfreiheit des Einzelnen manipulativ zu unterlaufen, wie Verhaltensökonom Winfried Neun im Gespräch mit dem ehemaligen n-tv-Moderator Andreas Franik erläutert (durch dieses Interview vom 1.9.2015 wurde ich erst auf diese Thematik aufmerksam):Die Entscheidung von Bürgern sollen 'verbessert werden', ohne deren Wahlmöglichkeiten durch Zwang oder Restriktionen einzuschränken - zum Beispiel durch steuerliche Anreize. jedoch lässt W.Neun (möglicherweise unbeabsichtigt) durchklingen, dass der politische Einsatz von Nudging sehr wohl darauf abzielt, "diffuse Ängste" und Widerstände in der Bevölkerung gegen Regierungsvorhaben zu reduzieren. Der Verhaltensökonom führt aus, mit dieser 'sanften' Methode lasse sich die Realisierungsgeschwindigkeit größer Vorhaben (wie beispielsweise die Energiewende samt der Nord-Süd-Trasse zur Stromversorgung) sogar halbieren.
Das klingt schon verdächtig nach psychologischer Trickserei, anstatt sich den (zumindest teilweise berechtigten und sehr wohl begründeten) Sorgen betroffener Bürger zu stellen und diese ggf. in geeigneten Konsultationen auszuräumen.
Kritik: ""Paternalismus light" oder gar "Der Bürger als Pawlowscher Hund"?
Der Verhaltensforscher Iwan P. Pawlow hatte im Verlauf seiner Experimente zum Zusammenhang zwischen Speichelfluss und Verdauung beobachtet, dass bei Hunden schon die Schritte des Besitzers Speichelfluss auslösten, obwohl noch gar kein Futter in Sicht war. Er vermutete, dass das Geräusch der Schritte, dem regelmäßig die Fütterung folgte, für die Hunde mit Fressen assoziiert war. Das vorher neutrale Schrittgeräusch werde im Organismus des Hundes mit dem Stimulus „Futter“ in Verbindung gebracht.
Um diese Hypothese zu prüfen, gestaltete er 1905 ein aussagekräftiges Experiment: Auf die Darbietung von Futter, einem unbedingten Reiz, folgt Speichelfluss (unbedingter Reflex -> unbedingte, d.h. vom Hund nicht beeinflussbare Reaktion), auf das Ertönen eines Glockentons (neutraler Reiz) nichts. Wenn nun der Glockenton wiederholt in engem zeitlichem Zusammenhang mit dem Anbieten von Futter erklingt, reagieren die Hunde schließlich auf den Ton allein mit Speichelfluss. Dieses Phänomen bezeichnete Pawlow als Konditionierung.
Dieses Prinzip der 'klassischen Konditionierung' lässt sich vereinfacht so veranschaulichen:
Auf Menschen bzw. komplexes Sozialverhalten lässt sich dieses Prinzip nicht ohne weiteres anwenden - denn im menschlichen Kommunikations- und Entscheidungsverhalten spielen unbedingte Reflexe kaum eine Rolle.
Der Vorwurf "die Regierung will uns zu braven Haushunden degradieren" greift insoweit also nicht. Aber:
Die Lernpsychologie kennt außerdem die sog. instrumentelle und operante Konditionierung, welche das Erlernen von Reiz-Reaktions-Mustern aus ursprünglich spontanem Verhalten betrifft.
Die beabsichtigte Häufigkeit eines 'wünschenswerten' Verhaltens kann durch den gezielten Einsatz angenehmer Konsequenzen (Lob, Streicheln, Anerkennung, ein 'Leckerli', aber auch finanzielle Vergünstigungen) nachhaltig verändert werden. Dies funktioniert bei Kindern und Erwachsenen auch, ohne dass diesen die Verhaltensbeeinflussung bewusst wird. Rationales Entscheidungsverhalten ist eine Illusion, wir entscheiden allzuoft spontan und emotional ...'aus dem Bauch heraus'.
Vermutlich gehen die Befürchtungen von Kritikern politischen Nudgings eher in diese Richtung, aber 'der Bürger als armer manipulierter Hund' ist so herrlich plakativ.
In sozialen Medien war sogleich von einer Propaganda-Truppe Merkels die Rede - "Kanzleramt plant psychologische Manipulation der öffentlichen Meinung" lautet der Titel eines kritischen YT-Videobeitrages dazu.
Kritisiert wurde auch die anmaßende Haltung der Regierenden "Wir wissen besser als unsere Bürger, was gut für sie ist", d.h. über die Wünsche seiner Bürger zu befinden und diese mit psychologischen Tricks zu manipulieren.
Nun versuche ich möglichst, mich nicht gleich vom allgemeinen Wutgeheul erfassen zu lassen oder darin einzustimmen, bevor ich mich überhaupt informiert habe.
Ist es denn wirklich so negativ zu bewerten, wenn "Mutti" ihren Kleinen gelegentlich mit sanftem Nachdruck den richtigen Weg aufzeigt? Na ja, es kommt drauf an - wie immer.
Auf WPedia ist als eingängiges Beispiel ein Nudge-Urinal abgebildet:
Die Visualisierung einer "Fliege" soll notorische Steh-Pinkler dazu motivieren,Im politischen Umfeld sind natürlich andere, deutlich weiter reichende Zielsetzungen gegeben. Dabei sollte auch nicht übersehen werden, dass die drei "Psycho-Trainer" sowie die von ihnen entwickelten Designs von Steuergeldern finanziert werden. Diesen Umstand erachte ich dann doch als bedenklich: Die Bürger zahlen die Gehälter eben jener Experten, von denen sie künftig gelenkt (oder ggf. manipuliert) werden sollen.
vor einem Urinal wenigstens richtig zu 'zielen“: Man(n) will also die Fliege 'wegpinkeln' und trifft deshalb in und nicht neben das Urinal. Diese Form der sanften Verhaltenssteuerung ist eher kreativ, meine ich. Ob's denn funktioniert (und falls ja - wie oft)? Irgendwann merkt doch jeder, dass die Fliege da bleibt, wo sie ist.
Die Autoren des erwähnten YT-Videos gehen davon aus, "dieses in den USA entwickelte Verfahren zur Manipulation der öffentlichen Meinung soll jetzt auch in Deutschland mit Hilfe der Medien und des Fernsehens einen Meinungsumschwung hin zur Zustimmung von TTIP bewirken".
Obwohl ich TTIP anhand des wenigen, das wir bis heute darüber wissen (dürfen), als ausgesprochen risikobehaftet betrachte, erscheint mir diese Annahme doch zu weit hergeholt. Den Regierenden per se das Schlimmste aus allen denkbaren Absichten zu unterstellen, bringt uns ebenso wenig weiter wie vorbehaltsloses, blindes Vertrauen. Nicht "Lügenpresse" kreischen und dumpfes Misstrauen schieben - sondern: Aufmerksames Beobachten aus einer kritischen Distanz hat Vorrang.
Außerdem: wie sollte eine solche Manipulation zugunsten TTIP wirksam werden, nachdem dermaßen verspätet damit begonnen wurde? Im 4. Quartal 2014 hatten sich viele längst eine Meinung zu TTIP gebildet.
Die Öffentlichkeit in Deutschland ist - soweit sie sich überhaupt für "so etwas" interessiert - längst sensibilisiert für das geplante Handelsabkommen TTIP (wohingegen die Auseinandersetzung mit dem Dienstleistungs-Abkommen TiSA noch zu wünschen übrig lässt). Und jeder weitere Tag fortschreitender Geheimhaltung verschärft diese kritisch-ablehnende Haltung noch.Die Auswirkungen der Arbeit von Merkels Nudging-Abteilung werden eher langfristig zu beobachten sein. Darauf sollten wir durchaus ein Auge haben:
- Läuft das Vorhaben "wirksamer regieren" mit sanfter Lenkung transparent ab ...etwa so, wie von Herrn Altmaier im Beitrag "Mit Nudging zur Energiewende?" beschrieben, also durch gezielte, aber offensichtliche Anreize?
- Oder findet eine schwer nachvollziehbare, weil in-transparente Manipulation statt? Falls dem so ist, sollten die konkreten Vorfälle benannt und mit geeigneten demokratischen bzw. rechtsstaatlichen Mitteln abgestellt werden.
Siehe auch:
Mittwoch, 2. September 2015
Syrien: Satellitenbilder belegen Zerstörung des Baaltempels in Palmyra
2.9.2015. Die Mörder, Vergewaltiger und Terroristen vom "Islamischen Staat" (IS) haben den Baaltempel in
Palmyra vollständig zerstrt. Die UN haben
Satellitenbilder veröffentlicht, die das Ausmaß der Zerstörung zeigen.
Der Baaltempel in der syrischen Ruinenstadt Palmyra lag im Süden der antiken römischen Stadt und war der levantinischen Gottheit Baal gewidmet. Die Anlage galt eines der wichtigsten religiösen Bauwerke im ersten Jahrhundert n.Chr. im Nahen Osten und zählt(e) seit 1980 zum UNESCO-Welterbe. Der älteste Teil stammte noch aus hellenistischer Zeit.
Das Bauwerk wurde am 30. August 2015 von IS-Anhängern der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) gesprengt, nur die Außenmauer blieb erhalten. Die auf SPON veröffentlichten Satellitenaufnahmen machen jede Hoffnung zunichte, die Zerstörungen der 2000 Jahre alten Tempelanlage seien möglicherweise reparabel.
Nun ließe sich einwenden: Wozu diese Aufregung - angesichts einer verbrecherischen Organisation, auf deren Konto zahllose Morde und Gräueltaten an Frauen, Kindern und Alten gehen?
Nun, die Motivation dieses Zerstörungswerkes ist erschreckend: In den vom IS eroberten Regionen sollen sämtliche Zeugnisse vorislamischer Kulturen vernichtet werden. Gemordet wurde bei dieser 'Gelegenheit' außerdem: Khaled Asaad, der 82 Jahre alte Chefarchäologe von Palmyra hatte sich für den Schutz der Ruinenstadt eingesetzt und musste deswegen sterben.
Siehe auch:
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Bildquelle: Wikipedia, GNU-Lizenz für freie Dokumentation
Der Baaltempel in der syrischen Ruinenstadt Palmyra lag im Süden der antiken römischen Stadt und war der levantinischen Gottheit Baal gewidmet. Die Anlage galt eines der wichtigsten religiösen Bauwerke im ersten Jahrhundert n.Chr. im Nahen Osten und zählt(e) seit 1980 zum UNESCO-Welterbe. Der älteste Teil stammte noch aus hellenistischer Zeit.
Nun ließe sich einwenden: Wozu diese Aufregung - angesichts einer verbrecherischen Organisation, auf deren Konto zahllose Morde und Gräueltaten an Frauen, Kindern und Alten gehen?
Nun, die Motivation dieses Zerstörungswerkes ist erschreckend: In den vom IS eroberten Regionen sollen sämtliche Zeugnisse vorislamischer Kulturen vernichtet werden. Gemordet wurde bei dieser 'Gelegenheit' außerdem: Khaled Asaad, der 82 Jahre alte Chefarchäologe von Palmyra hatte sich für den Schutz der Ruinenstadt eingesetzt und musste deswegen sterben.
Hof und Tempel des Baal in Palmyra (2007)
Siehe auch:
- "Was der Baaltempel von Palmyra wirklich bedeutet" (WELT online)
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