Klaus Pokatzky vom DLF hat's verstanden: Den Kapriolen des amtierenden US-Präsidenten Donald J. Trump begegnet man am besten mit distanziertem Sarkasmus.
"Donald Trump wird zum Ratgeber in allen schwierigen Lebenslagen. Das gelingt ihm mit einem ausgefuchsten Psychotrick. Ein wahres Erfolgsrezept, das bei Beziehungsproblemen wie in der Politik hilft. Klaus Pokatzky dankt seinem klugen Donald."
Is was?! Aufreger der Woche - Genaues Gegenteil gemeint.
Worum es geht, dürfte klar sein: Beim 'Darf ich ein Selfie mit dir machen, lieber Vladi?'-Treffen mit seinem Gönner Putin griff Donald ganz tief in die Trickkiste, als die Rolle der russischen Geheimdienste im US-Wahlkampf thematisiert wurde. Jedenfalls, aus Versehen habe er das Wort "nicht" weggelassen.
Nein, das war Trump-Rhetorik - eine kommunikative Variante, welche dem Intellekt ihres Urhebers entgegen kommt - schnörkellos, knapp, präzise und universell einsetzbar: "GGG - "genaues Gegenteil gemeint".
Das wäre eine ideale Vorlage für einen Twitter-Hashtag: #GGG, denn #Trumpfilme hatten wir schon, oder?
Als Dreingabe dann noch too much information: Dass der Trump den Putin so „extrem stark und kraftvoll“ [sic!] fand, mal ehrlich, wollte das irgend jemand wissen?
Außer Putin, meine ich.
Kann sein, dass manche nun mahnen, man solle nicht andauernd auf dem Donald rumhacken. Grundsätzlich bedenkenswert, sind doch gerade die ruppigen Narzissten tief drinnen oft äußerst empfindsam (nicht 'hochsensibel, das ist was anderes). Doch solange Trump bei jeder Gelegenheit Menschen vor den Kopf stößt - außer Vladi und Kim, die sind nett - wird er mit einem harschen Echo leben müssen, das wie er gelegentlich über die Stränge schlägt.
Falls es einer der Trump-Kritiker wirklich übertreiben sollte, so hat er nun ein Antidot zur Hand: #GGG.
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Freitag, 20. Juli 2018
Sonntag, 2. September 2012
Das Lehramt spricht Tacheles
Hermann Häring über das autoritäre Kirchenverständnis Roms
Ob es um Reizthemen wie Priesterzölibat, Ordination von Frauen geht oder um theologischen Dogmatismus (etwa in Bezug auf Jungfräulichkeit und Himmelfahrt Mariens) - die Positionierung der römisch-katholischen Kirche ist heute nur noch schwer zu vermitteln. Während Bücher wie 'Der größte Raubzug aller Zeiten' auf wachsendes Interesse stoßen, leeren sich die Kirchen rapide.
Doch der Vatikan und seine Vertreter in Deutschland denken offenbar überhaupt nicht daran, Zugeständnisse zu machen und so ihre Akzeptanz unter den nicht an ihrer Religion, aber deren Institution zweifelnden Gläubigen zu erhöhen.
Der katholischen Theologe Hermann Häring setzt sich mit einem 'System' auseinander, das selbst besonnene Theologen zur Ordnung ruft, die mögliche Fortschritte thematisieren, ohne das 'Ganze' infrage zu stellen: Das autoritäre Kirchenverständnis Roms erweist sich gerade in Auseinandersetzung um eine Reform des römisch-katholischen Kirchensystems.
Gerhard Ludwig Müller, Bischof von Regensburg, wirft allen katholischen Geistlichen, die über Frauen als Priesterinnen wenigstens zu diskutieren wünschen, vor, den offenbarten Willen Jesu zu leugnen. Die Forderung, Frauen zu ordinieren, stelle die moralische Integrität von Papst und Bischöfen infrage und wer dergleichen wünsche, könne daher nicht mehr als katholisch betrachtet werden.
Es wird einmal mehr deutlich, wie die Männerelite in Rom zurückhaltende Bitten um Diskussion zurückweist - im konkreten Beispiel geht es um Frauenordination in der katholischen Kirche (vielleicht das heikelste unter den Themen, die immer mehr Katholiken umtreiben):
Die apodiktische Wortwahl von Müller sage schon alles.
Der Artikel Härings ist hier zu finden:
Freilich muss man die autoritäre Haltung der Kirchenleitung in Rom wohl relativ zu dem sehen, was sich in manchen islamischen Staaten ereignet - oder gerade in Russland abgeht. Dort nimmt der Schulterschluß zwischen Staats- und Kirchenführung ganz andere Ausmaße an und greift weit mehr in das Leben der menschen ein, als wir uns dies hier überhaupt vorstellen:
Ob es um Reizthemen wie Priesterzölibat, Ordination von Frauen geht oder um theologischen Dogmatismus (etwa in Bezug auf Jungfräulichkeit und Himmelfahrt Mariens) - die Positionierung der römisch-katholischen Kirche ist heute nur noch schwer zu vermitteln. Während Bücher wie 'Der größte Raubzug aller Zeiten' auf wachsendes Interesse stoßen, leeren sich die Kirchen rapide.
Doch der Vatikan und seine Vertreter in Deutschland denken offenbar überhaupt nicht daran, Zugeständnisse zu machen und so ihre Akzeptanz unter den nicht an ihrer Religion, aber deren Institution zweifelnden Gläubigen zu erhöhen.
Der katholischen Theologe Hermann Häring setzt sich mit einem 'System' auseinander, das selbst besonnene Theologen zur Ordnung ruft, die mögliche Fortschritte thematisieren, ohne das 'Ganze' infrage zu stellen: Das autoritäre Kirchenverständnis Roms erweist sich gerade in Auseinandersetzung um eine Reform des römisch-katholischen Kirchensystems.
Gerhard Ludwig Müller, Bischof von Regensburg, wirft allen katholischen Geistlichen, die über Frauen als Priesterinnen wenigstens zu diskutieren wünschen, vor, den offenbarten Willen Jesu zu leugnen. Die Forderung, Frauen zu ordinieren, stelle die moralische Integrität von Papst und Bischöfen infrage und wer dergleichen wünsche, könne daher nicht mehr als katholisch betrachtet werden.
Es wird einmal mehr deutlich, wie die Männerelite in Rom zurückhaltende Bitten um Diskussion zurückweist - im konkreten Beispiel geht es um Frauenordination in der katholischen Kirche (vielleicht das heikelste unter den Themen, die immer mehr Katholiken umtreiben):
Die apodiktische Wortwahl von Müller sage schon alles.
"Neuscholastische Argumentation"
Das lehramtlich neuscholastische Denken des Bischofs und Theologen Müller werde durch folgende Prinzipien geprägt. Bevor er sich bestimmten Lehrinhalten zuwendet, stellt er die formalen Rechte der Kirchenleitung klar:"Es gibt in der Kirche eine Instanz, die die göttliche Wahrheit untrüglich erkennen kann. Gemeint sind das Kollegium der Bischöfe bzw. der Papst. Wer aber die Wahrheit untrüglich erkennen kann, so die Folgerung, kann sie gegebenenfalls auch unfehlbar formulieren und dogmatisch festlegen. Diese dogmatischen Definitionen funktionieren wie die Urteile eines Gerichts und unter bestimmten Umständen arbeitet deren letzte Instanz (Konzil oder Papst) wie ein Oberstes Gericht [...], das keine Berufung mehr zulässt und zulassen kann.Mit gutem Grund müssen Revisionsversuche ins Leere laufen: Einmal gefällt, sei ein solches Urteil aus sich heraus irreformabel und unfehlbar, wie die Unfehlbarkeitsdefinition von 1870 festlege...
Der Artikel Härings ist hier zu finden:
Freilich muss man die autoritäre Haltung der Kirchenleitung in Rom wohl relativ zu dem sehen, was sich in manchen islamischen Staaten ereignet - oder gerade in Russland abgeht. Dort nimmt der Schulterschluß zwischen Staats- und Kirchenführung ganz andere Ausmaße an und greift weit mehr in das Leben der menschen ein, als wir uns dies hier überhaupt vorstellen:
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