Dienstag, 13. November 2012

Der erste Weltuntergang



BBC Exclusiv - Doku über das Massensterben zwischen Perm und Trias
"Das Massensterben vor 250 Millionen Jahren übertraf in seinem Ausmaß selbst das Ende der Dinosaurier und wurde vermutlich durch einen Kometen- oder Asteroideneinschlag ausgelöst. Die Fullerene, große Kohlenstoff-Moleküle mit dem Aussehen eines Fußballs, scheinen den notwendigen Beweis zu liefern." SPIEGEL online - "Das Ende der Urkrebse
Das verheerendste Massensterben aller Zeiten fand vor 250 Millionen Jahren statt. 90 Prozent aller Meereslebewesen und 70 Prozent der Landbewohner starben aus. In den Gesteinsschichten der Erde ist dies erkennbar, als Grenze zwischen den Erdzeitaltern Perm und Trias. Das Massensterben dauerte etwa 8000 bis 100.000 Jahre.


 

Donnerstag, 8. November 2012

"Warum ich kein Christ bin" - Bertrand Russell



Der Philosoph, Logiker, Mathematiker und Sozialkritiker Bertrand Russell (1872 - 1970) studierte Mathematik und Philosophie und war bis 1916 als Dozent für Logik und Mathematik tätig. Massgeblich beeinflusst wurde er durch Ludwig Wittgenstein. Aufgrund seines aktiven Pazifismus verlor Russell seine Dozentur und verbüßte 1917 eine Gefängnisstrafe wegen eines Zeitungsartikels.
1922/23 wurde er als Kandidat für die Parlamentswahlen aufgestellt. Seine Professur am College of the City (New York) wurde 1940 durch die Anti-Russell-Bewegung verhindert, die ihn u.a. wegen seiner Forderung nach gesetzlicher Tolerierung der Homosexualität angriff. Doch nach 1944 erhielt er einen Lehrauftrag in England und seine Reden wurden im Rundfunk übertragen. 


1950 wurde ihm für seine wissenschaftliche Prosa der Nobelpreis für Literatur zuerkannt. Russell trat der er aktiv für die atomare Abrüstung ein und gründete 1958 die "Campaign for Nuclear Disarment", deren der Präsident er wurde. Noch mit 88 Jahren wurde er 1961 wegen "Aufhetzung der Öffentlichkeit gegen die Staatsgewalt" nach Teilnahme einem Sitzstreik zu zwei Monaten Haft verurteilt, aber nach öffentlichen Protesten bereits eine Woche später wieder entlassen. 

1966 gründete er das Internationale Tribunal gegen Kriegsverbrecher, das ein Jahr später in Schweden als ‘Russell-Tribunal’ wegen des Vietnamkrieges verhandelte.--

Russel, beeindruckt von der Gewissheit der mathematischen Erkenntnis, der Sinneserfahrung und der Naturwissenschaften, beteiligte sich u.a. auch am 'Programm des Logizismus': Dessen Ziel bestand darin, alle mathematischen Begriffe durch Definitionen auf Begriffe der Logik zurückzuführen und alle mathematischen Theoreme auf der Basis solcher Definitionen zu beweisen - allein durch logische Prinzipien.


Innerhalb dieses Paradigmas war es für ihn folgerichtig, Religionen als unwahr und schädlich in ihren Auswirkungen zu kritisieren. Unangemessen und schädlich ist war seiner Auffassung nach z.B., dass ein unerschütterlicher Glaube als Wert angesehen wird. Wo im Interesse des Glaubens alle Gegenargumente, die Zweifel verursachen könnten, unterdrückt werden, tritt eine Verhärtung gegensätzlicher Ideologien - wodurch der den Boden für Hass und Glaubenskriege bereitet werde. 


Eine einseitig religiöse Unterrichtung und Erziehung von Kindern und Jugendlichen bewirke, dass die geistige Entwicklung der Jugendlichen beeinträchtigt werde. In letzter Konsequenz "werden sie erfüllt von fanatischer Feindschaft gegenüber denen, die einem anderen Fanatismus anhängen oder, was noch schlimmer ist, gegenüber denen, die Fanatismus überhaupt ablehnen". Dagegen sei eine Haltung, die Überzeugungen aus Beweisen und kausalen Zusammenhängen entwickelt, geeignet meisten Übel auf der Welt leidet zu kurieren.

Ein Weiterleben der Seele nach dem Tode hält Russel schlicht für Wunschdenken; er begründet dies mit dem neurobiologischen Wissen seiner Zeit: Eine Gehirnverletzung sei imstande, das Gedächtnis eines Menschen zeitweilig oder dauerhaft zu löschen - darin liege ein Beleg für den unlösbaren Zusammenhang von Körper und Geist.


Russel setzte sich kritisch mit dem Christentum auseinander und 
veröffentlicht 1927 den Aufsatz Warum ich kein Christ bin’ (pdf).


Russells Auffassung lässt sich prägnant durch folgende Zitate zusammenfassen:


Die 10 Gebote des Liberalismus

1. Fühle dich keiner Sache völlig gewiss.

2. Trachte nicht danach, Fakten zu verheimlichen, denn eines Tages kommen die Fakten bestimmt ans Licht

3. Versuche niemals, jemanden am selbständigen Denken zu hindern; es könnte dir gelingen.

4. Wenn dir jemand widerspricht, und sei es dein Ehegatte oder dein Kind, bemühe dich, ihm mit Argumenten zu begegnen und nicht mit der Autorität, denn ein Sieg der Autorität ist unrealistisch und illusionär.

5. Habe keinen Respekt vor der Autorität anderer, denn es gibt in jedem Fall auch Autoritäten, die gegenteiliger Ansichten sind.

6. Unterdrücke nie mit Gewalt Überzeugungen, die du für verderblich hälst, sonst unterdrücken diese Überzeugungen dich.

7. Fürchte dich nicht davor, exzentrische Meinungen zu vertreten; jede heutige Meinung war einmal exzentrisch.

8. Freue dich mehr über intelligenten Widerspruch als über passive Zustimmung; denn wenn die Intelligenz so viel wert ist, wie sie dir wert sein sollte, dann liegt im Widerspruch eine tiefere Zustimmung.

9. Halte dich an die Wahrheit auch dann, wenn sie nicht ins Konzept passt; denn es passt noch viel weniger ins Konzept, wenn du versuchst, sie zu verbergen.

10. Neide nicht denen das Glück, die in einem Narrenparadies leben; denn nur ein Narr kann das für ein Glück halten.

(Bertrand Russell, New York Times, 16.12.1951)
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Ohne Russels religions- und auch glaubenskritische  Haltung im Kern teilen zu müssen, fällt es nicht schwer, dieses Grundgerüst einer liberalen Ethik zu bejahen. Freilich wird dadurch ein sehr hoher Anspruch an jeden von uns gestellt.
Es ist nicht der Glaube an einen Gott, der für Hass und Glaubenskriege verantwortlich ist, sondern die bornierte Wahnvorstellung zu vieler Menschen, ihre eigene Anschauung anderen aufzwingen zu wollen oder gar 'zu müssen'.


Diese Tendenz kennen wir sowohl aus dem Umfeld der  Religionen als auch von atheistischen bzw. agnostischen Gruppierungen und Regimen. Wer letzteres glaubt widerlegen zu können, mag sich etwas eingehender z.B. mit der Zeit des Stalinismus befassen...

Samstag, 3. November 2012

Vorsicht, Verschwörung

Nicht ohne Veranlassung bezweifeln viele Menschen die 'offiziellen Versionen' von Massenmedien und staatlicher Seite zu aufsehenerregenden Ereignissen.
Dass wir oft genug belogen oder mit Halbwahrheiten abgespeist werden, hat die Vergangenheit mehrfach gezeigt.

Doch läuft man allzu leicht Gefahr, auf der Suche nach 'wahren' Erklärungen und Fakten übers Ziel hinauszuschießen. Wer hinter allem eine große Verschwörung vermutet, die einzig dem Machterhalt oder elitären Wirtschaftsinteressen dient, kann vor lauter paranoider Vorstellungen kaum mehr ein 'normales' Leben führen.
Mit dem Internetzeitalter hat schließlich jedermann die Gelegenheit, seine Mutmaßungen als Faktenwissen zu verkaufen und damit eine ganze Reihe gutgläubiger Menschen in die Irre zu führen.

Ein wichtiger Umstand wird in der Doku mehrfach betont: Die Fragestellung 'Cui bono?' (Wem nützt es?) liefert keineswegs zwangsläufig zutreffende Antwort auf die Frage nach den Verantwortlichen:
Selbst wenn z.B die Terroranschläge von 9/11 bestimmten Kreisen der US-Politik mittelbar zur Durchführung von längst geplanten (?) Angriffskriegen verhalf, bedeutet dies eben nicht, dass diese Kreise die Terrorakte auch selbst inszeniert oder absichtlich nicht verhindert haben!


Verallgemeinerung hilft, wie immer, nicht weiter. Um sich den Tatsachen zu nähern, wird man jedes Ereignis samt verfügbarer Berichterstattung aus möglichst unterschiedlichen Quellen genau prüfen und abwägen müssen. Das kostet Zeit - wohl der Hauptgrund dafür, dass wir uns mitunter zu leicht mit journalistischer Fertignahrung abspeisen lassen.

Wie vermeidet man das Aufkommen abstruser Verschwörungsthesen?

Gerade anhand der Anschläge vom 11.September 2001 lässt sich diese Frage klar beantworten: Rückhaltlose Aufklärung!
Es ist schwer nachvollziehbar, dass der offizielle "9/11 Commission Report" entscheidende Fragen nicht behandelt - insbesondere die Gründe für den Einsturz des dritten WTC-Gebäudes (WTC 7).


WTC 7 (vor 2001), gesehen vom ehemaligen Südturm des World Trade Centers


Die nachfolgende Dokumentation widmet sich den gängigen und vergangenen Verschwörungstheorien - vorwiegend mit dankenswerter Ernsthaftigkeit:

Donnerstag, 25. Oktober 2012

Leben aus dem Leblosen?

Ich weiß nicht recht, was ich davon zu halten habe: Auf dieser Webseite wird die Entstehung eines Protozoen (Einzellers) aus Blattresten und zerfallenem Chlorophyll in einem Aufguß dargestellt.

Dabei wird auf die Arbeiten des Außenseiters Dr. Wilhelm Reich (1897- 1957) Bezug genommen, der in unter Fachkollegen äußerst umstritten war bzw.noch heute ist. Der Psychoanalytiker und Naturwissenschaftler habe "bis dahin unbekannten biologische Bläschen entdeckt, die sich aus jeglichem Zerfall von Materie bilden (auch aus anorganischem Material). Das geschieht im unsterilen wie auch sterilen Bereich und stelle damit die bisherige Auffassung zur Entwicklung des Lebens (Biogenese) in Frage.

Dr. Reich postulierte die Existenz des sog. Orgon er war davon überzeugt, diese Energieform zum Ende der 1930er Jahre an einer von ihm so genannten Bionkultur entdeckt zu haben. Als Bione bezeichnete er von ihm beobachtete, mikroskopisch kleine Gebilde, die er als „Energiebläschen" und "Übergangsstufen zwischen der leblosen und lebenden Substanz" interpretierte. Sie sollen „ständig in der Natur durch einen Auflösungsprozess anorganischer und organischer Materie entstehen" - ein Vorgang, der sich experimentell nachvollziehen lasse. 
Zunächst versuchte Reich, die von ihm beobachteten Vorgänge mittels der ihm bekannten physikalischen Theorien, speziell des Elektromagnetismus, zu interpretieren. Nachdem ihm dies für wesentliche Teile seiner Versuchsreihen nicht gelang, postulierte er schließlich die Existenz einer spezifisch biologischen Energie, der er den Namen „Orgon“ gab. Später sprach Reich sogar von  einer „primordialen kosmischen“ Energieform.

Wann immer ein Wissenschaftler Forschungsergebnisse und Thesen veröffentlicht, die im direkten Gegensatz zur anerkannten Mehrheitsauffassung stehen, muss er sich auf heftige Kritik einstellen.
So gesehen ist nachvollziehbar, aber auch bedauerlich, dass selbst die Wissenschaftsgeschichte Reichs Forschungen unbeachtet lässt, selbst wenn sie sich als Irrweg erwiesen haben sollte.


Skepsis ist meines Erachtens in jedem Fall angebracht, solange diese potenziell bahnbrechenden Forschungsergebnisse nicht überprüft und von unabhängigen Fachleuten interpretiert worden sind.



Mittwoch, 24. Oktober 2012

Bakterien bilden lebende Kabel im Meeresboden

"Der Schwarm" lässt grüßen... ;)

Dass einzellige Lebewesen sich zu großen Gemeinschaften zusammenschließen, die manchmal auch mit der Bezeichnung 'Superorganismus' versehen werden, ist nicht neu. Aus dieser Sichtweise kann sogar der "Mensch als Superorganismus" aufgefasst werden, zumindest besteht aber eine sehr enge Symbiose mit einer Unzahl dieser mikroskopisch kleinen Lebewesen:
"Etwa 100 Billionen Bakterien leben auf Ihrer Haut, in Ihrem Mund, in Ihrem Magen. Auf jede ihrer Körperzellen kommen etwa zehn Zellen von Bakterien."
Andererseits geht der australische Biologe Tim Flannery davon aus, dass die gesamte Menschheit auf dem Weg sei, ebenfalls einen solchen Superorganismus zu bilden. Diese Sicht ist nicht unumstritten, scheint sie doch den Wert des Individuums nicht eben zu betonen.

 Seit Frank Schätzings Bestseller zählt der Begriff der 'Schwarmintelligenz' ohnehin zur Allgemeinbildung - im Sinne eines vielzelligen Organismus angesehen, dessen Individuen Rolle der Körperzellen ausfüllen. Ein Kommunikations-System oder -netzwerk welches die Individuen verbinde, spiele die Rolle des Nervensystems für diesen Superorganismus. Ist eine solche Form der 'Intelligenzbildung' nicht nur beispielsweise für Insekten, sondern auch für Einzeller nachweisbar?

  • Wenn man diesem FTD-Beitrag glauben darf, futtert derzeit ein semi-intelligenter Superorganismus aus Mikroben die gesamte Titanic auf.

Neu ist dagegen (jedenfalls für mich): 
In den obersten Zentimetern des Meeresbodens fließt Strom: Tausenden von Bakterien einer Art lagern sich zu  zusammen und bilden lange Ketten. Durch sie transportieren die Einzeller Elektronen, berichtet SPIEGEL online.

Auf diese Weise können sie den obersten Bodenschichten enthaltenen Sauerstoff sowie bestimmte Nährstoffe nutzen. Diese Strategie war bis dato noch nicht bekannt.
"Sie funktioniert nur durch den Zusammenschluss Tausender Einzeller. Man könnte sie daher durchaus als einen mehrzelligen Organismus ansehen."
Sicher scheint, dass die Mitglieder dieser Kolonien in einer mikrobiellen Sprache kommunizieren, etwa durch Botenstoffe oder elektrische Signale.

In beiden Fällen ist spekulativ von einer neuen Bakterienart die Rede. 
Ich denke und hoffe mal, dass damit eine neu entdeckte Arten gemeint sind; denn würden sich seit neulich wirklich neue (genetisch mutierte?) Bakterienarten breitmachen, organisieren und ganze Schiffe verzehren, müsste man sich ernsthaft Sorgen machen...



Siehe auch